Johann Wolfgang von Goethe
Er war ein Dichter und ein Gelehrter, ein Artist und ein Naturwissenschaftler, ein Träumer, ein Visionär und doch ein Realpolitiker.
Er war ein passionierter Theoretiker und zugleich ein unermüdlicher Praktiker. Er liebte die Klarheit und verteidigte die Dunkelheit. Er schätzte das Vornehme und das Aristokratische, ohne sich gegen das Plebejische und das Derbe zu sperren und ohne das Vulgäre zu verachten. Er beherrschte die unterschiedlichsten Stile, er versuchte sich in allen Formen und Gattungen: Nichts Literarisches war ihm fremd, nichts Künstlerisches gleichgültig. Er war ein Neuerer und ein Vollender.
MRR
Egmont (Band 2, Seite 9), Erstdruck in: Johann Wolfgang Goethe, Schriften, Band 5, Leipzig 1788. Uraufführung: Weimar 31. März 1791.
Iphigenie auf Tauris (Versfassung) (Band 2, Seite 101), Erstdruck in: Johann Wolfgang Goethe, Schriften, Band 3, Leipzig 1787 [Erstdruck der Prosafassung, in: Johann Wolfgang Goethe, Ausgabe letzter Hand, Band 57, Stuttgart u. Tübingen 1842]. Uraufführung: Wien 7. Januar 1800 [Uraufführung der Erstfassung: Ettersburg 6. April 1779].
Torquato Tasso (Band 2, Seite 173), Erstdruck: Leipzig 1790 [Einzelausgabe, satz- identisch mit: Johann Wolfgang Goethe, Schriften, Band 6, Leipzig 1790]. Uraufführung: Weimar 16. Februar 1807.
Faust I (Band 2, Seite 283), Erstdruck in: Johann Wolfgang Goethe, Werke, Band 8, Tübingen 1808. Uraufführung: Braunschweig 19. Januar 1829 [Aufführung einzelner Szenen: Schloß Monbijou 24. Mai 1819].
1749
28. August: Johann Wolfgang Goethe wird in Frankfurt am Main als Sohn des Kaiserlichen Rats Johann Caspar Goethe und seiner Frau Catharina Elisabeth, geb. Textor, geboren.
1750
12. Dezember: Geburt der Schwester Cornelia.
1765-1768
Studium der Rechte in Leipzig; Liebesbeziehung zu Anna Katharina (Käthchen) Schönkopf, Sammlung der Gedichte für sie im Liederbuch "Annette".
1768-1770
Aufenthalt im Elternhaus, Krankheit und Rekonvaleszenz. Kontakte zu pietistischen Zirkeln.
1770
Fortsetzung des Studiums in Straßburg; enger Austausch mit Herder (Shakespeare, Ossian); seit Oktober Liebe zu Friederike Brion.
1771
6. August: Promotion zum "Licentiatus juris".
7. August: Abschied von Friederike.
9. August: Rückreise nach Frankfurt.
Anfang September: Zulassung zur Advokatur in Frankfurt am Main.
November-Dezember: Geschichte Gottfriedens von Berlichingen dramatisiert.
1772
Praktikum am Reichskammergericht in Wetzlar. Liebe zu Charlotte Buff (verlobt mit Johann Christian Kestner).
1773
Das Schauspiel Götz von Berlichingen (2. Fassung der Geschichte Gottfriedens) erscheint anonym. Arbeit an der satirischen Farce Satyros und an dem Knittelversspiel Jahrmarktsfest zu Plundersweilern, erste Arbeit an der Tragödie Faust.
1774
Februar-April: Arbeit an dem Roman Die Leiden des jungen
Werthers, der zur Herbstmesse erscheint.
Juli-August: Rheinreise mit Lavater, Schmoll und Basedow.
1775
Aprilmesse: Verlobung mit Lili Schönemann.
Mai-Juli: Erste Schweizer Reise.
September: Einladung an den Weimarer Hof durch Herzog Carl August.
Herbstmesse: Aufhebung der Verlobung mit Lili Schönemann.
7. November: Ankunft in Weimar.
11. November: Begegnung mit Charlotte von Stein.
1776
11. Juni: Ernennung zum "Geheimen Legationsrat".
1777
16. Februar: Erste Arbeit an dem Roman Wilhelm Meisters theatralischer Sendung (bis 1785).
8. Juni: Tod der Schwester Cornelia.
29. November - 19. Dezember: Harzreise (Harzreise im Winter).
1779
6. April: Uraufführung des Schauspiels Iphigenie auf Tauris (Erstfassung) in Ettersburg.
5. September: Ernennung zum "Geheimen Rat".
12. September - 13. Januar 1780: Zweite Schweizer Reise (als Begleiter des Herzogs).
1780
September: Reise durch Thüringen (»Über allen Gipfeln ist Ruh«).
1781
Oktober-November: Goethe hört in Jena anatomische Vorlesungen und beginnt in der Weimarer Zeichen-Akademie mit Vorträgen über Anatomie.
1782
April: Adelsdiplom von Joseph II.
25. Mai: Tod von Johann Caspar Goethe.
1785
Juli: Erste Kur in Karlsbad.
1786
März: Beginn der botanischen Studien. Ende Juli-August: Zweite Kur in Karlsbad.
1786-1788
Erste Reise nach Italien.
1787-1790
Goethe's Schriften. 8 Bde., Leipzig 1787-1790.
1788
Juni: Aufgabe aller Regierungsgeschäfte mit Ausnahme der Ilmenauer Kommissionen.
12. Juli: Christiane Vulpius begegnet Goethe (fortan Lebensgemeinschaft, Heirat 1806).
September: Erstes Treffen mit Schiller in Rudolstadt. Arbeit an dem Gedichtzyklus Römische Elegien (1788- 1790), der 1795 erscheint.
1789
Juni: Lösung des Verhältnisses mit Frau von Stein.
2. August: Abschluß des Schauspiels Torquato Tasso, das im folgenden Jahr erscheint.
25. Dezember: Geburt des Sohnes August.
1790
Faust. Ein Fragment.
1791
Wiederaufnahme von Wilhelm Meister.
1792-1800
Goethe's neue Schriften, 7 Bde., Berlin.
1792
8. August-16. Dezember: Campagne in Frankreich.
1793
12. Mai -22. August: Belagerung von Mainz. Arbeit an dem Epos Reineke Fuchs, das im folgenden Jahr erscheint.
1794
Gespräch mit Schiller über die "Urpflanze".
1796
Arbeit an dem Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre und dem Epos Herrmann und Dorothea (erscheint 1798).
1804
13. September: "Wirklicher Geheimer Rat".
1805
9. Mai: Tod Schillers. Goethes Werke, 14 Bde., Tübingen 1806-1810, 1817.
1806
21. April: Abschluß von Faust I.
1808
13. September: Tod der Mutter. Faust I erscheint.
1809
Der Roman Die Wahlverwandtschaften erscheint.
Herbst: Erstes "Autobiographisches Schema".
1810
Die naturwissenschaftliche Abhandlung Zur Farbenlehre erscheint zur Ostermesse.
1811
September: Abschluß des 1. Teils der Autobiographie Dichtung und Wahrheit. (erscheint 1812).
1812
April-September: Karlsbad und Teplitz (Begegnung mit Beethoven).
1814
25. Juni- 25. Oktober: Erste Reise an Rhein, Main und Neckar.
1815-1819
Goethe's Werke, 20 Bde., Stuttgart und Tübingen.
1815
September: Letzte Begegnung mit Marianne von Willemer in Heidelberg.
1816
6. Juni: Tod von Christiane. Teil I des autobiographischen Werks Italienische Reise erscheint u. d. T. Aus meinem Leben (1817 erscheint Teil II).
1819
Der Gedichtzyklus West-östlicher Divan erscheint.
1821
Juli-September: Marienbad und Eger, Begegnung mit Ulrike von Levetzow. Die erste Fassung des Romans Wilhelm Meisters Wanderjahre erscheint.
1822
Juni-August: Marienbad (Familie von Levetzow), Eger.
1823
Juni-September: Marienbad (nicht akzeptierter Heiratsantrag an Ulrike von Levetzow), Eger.
19. September: Reinschrift der Elegie abgeschlossen.
1824
2. Oktober: Heinrich Heine besucht Goethe.
1827-1830
Goethe's Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. 40 Bde., Stuttgart und Tübingen.
1829
Wilhelm Meisters Wanderjahre, 2. Fassung, erscheinen.
1830
26. Oktober: Tod des Sohns August in Rom.
1831
Juli: Die Tragödie Faust II nach Abschluß des V. Akts versiegelt.
1832
22. März: Goethe stirbt in Weimar.
