Der Kanon Die deutsche Literatur






Peter Hacks

Er gilt als der begabteste Schüler Brechts und - so Georg Hensel - als "der geistreichste und drastischste, der sprachmächtigste und eleganteste Komödiendichter der DDR". Die meisten seiner Stücke spielen auf aktuelle Verhältnisse in Ost und West an, mit Witz und Humor verwendet Hacks alte Stoffe, die von ihm umfunktioniert werden. Zur Enttäuschung und Verärgerung der SED-Kulturpolitiker weigerte er sich zu liefern, was sie von ihm immer wieder verlangten: Dramen im Geist des sozialistischen Realismus. Sein psychologisch virtuoses und auch erfolgreichstes Stück ist Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe.

MRR

Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe (Band 8, Seite 459), Erstdruck in: Ausgewählte Dramen, Band 2, Berlin/ DDR und Weimar 1976. Uraufführung: Dresden 20. März 1976.

 

1928
21. März: Peter Hacks wird als Sohn eines Rechtsanwalts in Breslau (heute Wroclaw) geboren.

1946
Abitur in Wuppertal.

1947
Studium der Soziologie, Philosophie, Literatur- und Theaterwissenschaft in München.

1951
Erste dramatische Arbeiten entstehen. In Zusammenarbeit mit James Krüss schreibt Hacks Kinderhörspiele für den Rundfunk. Promotion über "Das Theaterstück des Biedermeier (1815-1840)".

1954
Auszeichnung von Hacks Stück Eröffnung des indischen Zeitalters im Rahmen des "Wettbewerbs für junge Autoren der Stadt München 1954".

1955
Mit Hilfe Bertolt Brechts Übersiedlung nach Ostberlin. Mitglied des Brecht-Ensembles.

1956
Verleihung des Lessingpreises.

1958
15. März: Uraufführung des Dramas Der Müller von Sanssouci in Berlin.

1960-1963
Dramaturg und Hausautor am Deutschen Theater Berlin, danach freier Schriftsteller. Arbeit auch als Kinderbuchautor, Nachdichter und Übersetzer.

1961
Die Komödie Moritz Tassow entsteht.

1964-1991
Mitglied des PEN-Zentrums der DDR.

1965
5. Oktober: Uraufführung der Komödie Moritz Tassow in Berlin, die aber bald wegen "rüpelhafter Obszönität" abgesetzt wird.

1968
17. Februar: Uraufführung der Komödie Amphitryon in Göttingen, die im gleichen Jahr in der Zeitschrift ›Theater heute‹ erscheint.

1972-1991
Mitglied der Akademie der Darstellenden Künste in der DDR.

1974
Das Schauspiel Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe entsteht.

1975
11. Oktober: Uraufführung von Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern in Ostberlin.

1976
20. März: Uraufführung von Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe in Dresden.

1977
Die Gesammelten Aufsätze Hacks erscheinen u. d. T. Die Maßgaben der Kunst.

1981
Verleihung des Heinrich-Mann-Preises der Akademie der Künste der DDR.

1995
Die Erzählungen erscheinen.

1998
Verleihung des deutschen Jugendliteraturpreises.

2003
28. August: Hacks stirbt in Berlin.


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