Der Kanon Die deutsche Literatur






Hugo von Hofmannsthal

Er ist einer der bedeutendsten Dichter Österreichs, der freilich dem Vorwurf der ständigen Stilisierung und Selbstinszenierung nie entgehen konnte. Der Höhepunkt seines vielseitigen Werks ist schon seine frühe, unter dem Pseudonym ›Loris‹ erschienene Lyrik, deren ungewöhnlicher Schönheit man gern mit der Vokabel ›magisch‹ beizukommen versucht. Poetisch sind auch seine dramatischen Werke (vor allem das Lustspiel Der Schwierige), zu denen auch die für Richard Strauss geschriebenen Operndichtungen zählen, die ihn, zumal Der Rosenkavalier, weltberühmt gemacht haben.
MRR




Der Tor und der Tod (Band 7, Seite 9), Erstdruck in: ›Moderner Musen- Almanach auf das Jahr 1894‹, München 1893. Uraufführung: München 13. November 1898.
Der Schwierige (Band 7, Seite 31), Erstdruck: Berlin 1921. Uraufführung: München 7. November 1921.



1874
1. Februar: Hugo Laurenz August von Hofmannsthal (eig. Hofmann Edler von Hofmannsthal) wird als einziges Kind des Bankdirektors Dr. jur. Hugo von Hofmannsthal und seiner Frau Anna, geb. Fohleutner, in Wien geboren.

1884-1892
Besuch des Akademischen Gymnasiums in Wien.

1890
Bekanntschaft mit Arthur Schnitzler, Richard Beer-Hofmann und Felix Salten.

1891
April: Besuch bei Henrik Ibsen, der sich in Wien aufhält.
Dezember: Erste Begegnung mit Stefan George. Das Schauspiel Gestern erscheint.

1892
Mai: Zweites Treffen mit George. Hofmannsthal wird bis 1904 Mitarbeiter von Georges Zeitschrift ›Blätter für die Kunst‹.
September: Reise nach Südfrankreich.

1892-1894
Jurastudium an der Universität Wien, wo er im Juli 1894 das erste juristische Staatsexamen ablegt.

1893
Das lyrische Drama Der Tor und der Tod erscheint.

1894-1895
Freiwilligenjahr in dem k. u. k. Dragonerregiment 6 in Göding.

1895
Die Novelle Das Märchen der 672. Nacht erscheint.
Ab Oktober: Studium der romanischen Philologie.

1897
Dissertation Über den Sprachgebrauch bei den Dichtern der Pléjade.

1898
15. Mai: Uraufführung des Dramas Die Frau im Fenster in Berlin.
September-Oktober: Venedigreise.
13. November: Uraufführung von Der Tor und der Tod in München.

1899
Die Novelle Reitergeschichte erscheint.

1900
Februar: Besuch bei Alfred Walter Heymel und Rudolf Alexander Schröder in München. Hofmannsthal wird Mitarbeiter der ›Insel‹.
Februar-Mai: Parisreise. Das lyrische Drama Der Kaiser und die Hexe erscheint.

1901
Juni: Heirat mit der Bankierstochter Gerty Schlesinger. Übersiedlung nach Rodaun bei Wien, wo Hofmannsthal bis zu seinem Tod wohnt.

1902
Mai: Geburt der Tochter Christiane.
September-Oktober: Reise nach Rom und Venedig.

1903
Mai: Durch Vermittlung von Hermann Bahr erste Verbindung zu Max Reinhardt.
Oktober: Geburt des Sohnes Franz.
30. Oktober: Uraufführung der Tragödie nach Sophokles Elektra in Berlin (unter der Regie von Max Reinhardt). Ausgewählte Gedichte und das lyrische Drama Das kleine Welttheater oder Die Glücklichen erscheinen.

1904
September: Reise nach Venedig.

1905
21. Januar: Uraufführung der Tragödie Das gerettete Venedig in Berlin.
Mai: Gemeinsam mit Harry Graf Kessler Reise nach Paris, wo Hofmannsthal mit André Gide zusammentrifft.

1906
Februar: Begegnung mit Richard Strauss in Berlin und Beginn der lebenslangen Zusammenarbeit mit dem Komponisten.
Dezember: In München, Frankfurt am Main, Göttingen und Berlin hält Hofmannsthal den Vortrag Der Dichter und diese Zeit.

1907
Februar: Übernahme der Redaktion des Lyrik-Teils der Wochenschrift ›Morgen‹.
November: Besuch von Rainer Maria Rilke in Rodaun. Die gesammelten Gedichte. Kleine Dramen und Die Prosaischen Schriften erscheinen gesammelt in je 2 Bänden.

1908
Februar-März:
Aufenthalt in Berlin.
April-Mai: Reise nach Griechenland.

1909
25. Januar: Uraufführung der Oper Elektra (Musik von Richard Strauss) in Dresden.

1910
11. Februar: Uraufführung der Komödie Cristinas Heimreise in Berlin.

1911
26. Januar: Uraufführung der Komödie Der Rosenkavalier (Musik von Richard Strauss) in Dresden (unter der Regie von Max Reinhardt).
1. Dezember: Uraufführung des Mysterienspiels Jedermann in Berlin (unter der Regie von Max Reinhardt).

1912
25. Oktober: Uraufführung der Oper Ariadne auf Naxos (Musik von Richard Strauss) in Stuttgart.

1914
Juli: Einberufung als Landsturmoffizier nach Pisino in Istrien.

1915
Mai-Juni: Dienstreise nach Krakau.
Oktober: Reise nach Brüssel. Zusammen mit Leopold von Andrian-Werburg, Felix Braun, Max Mell, Josef Redlich u. a. Herausgabe der Österreichischen Bibliothek.

1916
Januar-Februar: Aufenthalt in Berlin.
Juli: Reise nach Warschau.
November-Dezember: Reise durch Skandinavien, wo Hofmannsthal in Oslo und Stockholm Vorträge hält.

1917
März: Reise nach Zürich und Bern.
Juni: Reise nach Prag.

1919
10. Oktober: Uraufführung der Oper Die Frau ohne Schatten (Musik von Richard Strauss) in Wien.

1920
Mai-Juni: Reise nach Italien und in die Schweiz. Hofmannsthal, Reinhardt und Strauss rufen die seit langem geplanten »Salzburger Festspiele« ins Leben, die am 22. August mit Hofmannsthals Jedermann eröffnet werden.

1921
7. November: Uraufführung des Lustspiels Der Schwierige in München.

1922
12. August: Uraufführung des Moralitätenspiels Das Salzburger Große Welttheater in Salzburg (unter der Regie von Max Reinhardt).

1923
16. März: Uraufführung des Lustspiels Der Unbestechliche in Wien.

1924
April-Mai: Italienreise. Gesammelte Werke in 6 Bänden erscheinen.

1925
Februar-März: Über Paris Reise nach Marokko.
Mai-Juni: Aufenthalt in London.

1927
Januar: Rede über Das Schrifttum als geistiger Raum der Nation an der Universität München.
Februar: Sizilienreise.

1928
4. Februar: Uraufführung der Neufassung des Trauerspiels Der Turm in Hamburg und München.
6. Juni: Uraufführung der Oper Die ägyptische Helena (Musik von Richard Strauss) in Dresden.

1929
Februar-März: Reise nach Basel, Heidelberg und München.
Mai: Reise nach Italien.
Juli: Hofmannsthals Sohn Franz begeht Selbstmord.
15. Juli: Hofmannsthal stirbt nach einem Schlaganfall in Rodaun bei Wien.
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