Der Kanon Die deutsche Literatur






Arthur Schnitzler
Er war als Dramatiker ebenso wie als Erzähler ein Meister der intimen psychologischen Analyse und der poetisch-anschaulichen Milieuschilderung. Die mild-ironischen Szenen seines Anatol- Zyklus und das lyrische Volksstück Liebelei, eine stille und zarte Romanze, drücken das Lebensgefühl einer ganzen Generation aus. Mit dem Einakter Der grüne Kakadu und mit der Novelle Leutnant Gustl demonstrierte er überraschende Möglichkeiten des Dramas und der erzählenden Prosa und lenkte damit die deutsche Dichtung auf neue Bahnen.

MRR



Liebelei (Band 6, Seite 9), Erstdruck: Berlin 1896. Uraufführung: Wien 9. Oktober1895.
Reigen (Band 6, Seite 69), erste Buchausgabe: Wien und Leipzig 1903 [zuvor erschienen als Privatdruck: o.O. 1900]. Uraufführung: Berlin 23. Dezember 1920 [Uraufführung der Szenen 4-6: München 25. Juni 1903].
Professor Bernhardi (Band 6, Seite 145), Erstdruck: Berlin 1912. Uraufführung: Berlin 28. November 1912.




1862
15. Mai: Arthur Schnitzler wird als Sohn des Laryngologen und Direktors der Allgemeinen Wiener Poliklinik Prof. Dr. Johann Schnitzler und seiner Frau Louise, geb. Markbreiter, in Wien geboren.

1871-1879
Besuch des Akademischen Gymnasiums in Wien, wo Schnitzler im Juli 1879 die Reifeprüfung mit Auszeichnung besteht.

1879
Herbst: Beginn des Medizinstudiums, das er 1885 mit der Promotion zum Dr. med. abschließt.

1880
November: Erste Veröffentlichung in ›Der Freie Landesbote‹ (München) mit »Liebeslied der Ballerine«.

1882
Oktober: Dienstantritt als Einjährig-Freiwilliger im Garnisonsspital Nr. 1 in Wien.

1885
Ab September: Assistenzarzt im Allgemeinen Krankenhaus und in der Polyklinik.

1886
November: Sekundararzt in der Psychiatrie. Veröffentlichung von Gedichten, Skizzen und Aphorismen in der ›Deutschen Wochenschrift‹ und in ›An der schönen blauen Donau‹.

1887
Redakteur der ›Internationalen Klinischen Rundschau‹.

1888
April-Mai: Reise nach Berlin.
Mai-August: Reise nach London.
Ab Herbst: Assistent des Vaters an der Poliklinik (bis zum Tod des Vaters 1893).

1890
Bekanntschaft mit der Gruppe ›Junges Wien‹, mit Hugo von Hofmannsthal, Felix Salten, Richard Beer-Hofmann, Hermann Bahr.

1892
Die Sammlung von Einaktern Anatol erscheint.

1893
Nach dem Tod des Vaters verläßt Schnitzler die Poliklinik und eröffnet eine Privatpraxis, die er trotz zunehmender literarischer Tätigkeit nie aufgibt.

1894
Die Novelle Sterben erscheint in ›Neue Deutsche Rundschau‹ und im folgenden Jahr als Buchausgabe.

1895
9. Oktober: Uraufführung des Schauspiels Liebelei in Wien, das im folgenden Jahr als Buch erscheint.

1896
Begegnung mit Alfred Kerr.
Juli-August: Nordlandreise, u. a. Besuch bei Henrik Ibsen in Christiania.

1897
Die Novelle Der Ehrentag erscheint.

1898
Juli-September: z. T. gemeinsam mit Hofmannsthal Fahrradreise durch Österreich, die Schweiz und Oberitalien.

1899
1. März: Uraufführung der Groteske Der grüne Kakadu in Wien.
Juli: Erste Begegnung mit der Schauspielerin Olga Gussmann, seiner späteren Frau.

1900
Die Novelle Leutnant Gustl erschient in der ›Neuen Freien Presse‹ sowie die Komödie Reigen als unverkäuflicher Privatdruck in 200 Exemplaren.

1902
9. August: Geburt des Sohnes Heinrich.
Oktober: Besuch bei Gerhart Hauptmann in Agnetendorf.

1903
25. Juni: Uraufführung der Szenen 4-6 aus Reigen durch das Münchner Studententheater Akademisch-Dramatischer Verein.
August: Heirat mit Olga Gussmann. Reigen erscheint als öffentliche Buchausgabe; das Stück löst eine Woge der Empörung aus und darf nicht auf Bühnen gespielt werden.

1904
13. Januar: Uraufführung des Schauspiels Der einsame Weg in Berlin.
März: Die Buchausgabe von Reigen wird in Deutschland verboten.

1908
Verleihung des Grillparzer-Preises. Der Roman Der Weg ins Freie und die Novelle Der Tod des Junggesellen erscheinen.

1909
5. Januar: Uraufführung der Komödie Komtesse Mizzi oder Der Familientag in Wien.
September: Geburt der Tochter Lili.

1911
14. Oktober: Uraufführung der Tragikomödie Das weite Land in Berlin, Breslau, Bochum, Hamburg, Hannover, Leipzig, München, Prag und Wien.

1912
25. Oktober: Die Uraufführung der Komödie Professor Bernhardi in Wien kommt durch Zensurverbot nicht zustande.
28. November: Uraufführung von Professor Bernhardi in Berlin. Gesammelte Werke in zwei Abteilungen erscheinen zu Schnitzlers 50. Geburtstag.

1914
Die griechische Tänzerin und andere Novellen erscheint.

1920
Verleihung des Volkstheaterpreises für Professor Bernhardi.
23. Dezember: Uraufführung von Reigen in Berlin.

1921
17. Februar: Aufgrund eines Tumults nach einer Reigen- Aufführung in Wien werden weitere Aufführungen verboten.
Juni: Scheidung der Ehe.

1922
Erstes längeres Zusammentreffen mit Sigmund Freud.

1924
Die Erzählung Fräulein Else erscheint.

1925
Die Traumnovelle erscheint.

1926
Die Erzählung Spiel im Morgengrauen erscheint.

1928
Juni: Selbstmord der Tochter Lili. Der Roman Therese. Chronik eines Frauenlebens erscheint.

1931
21. Oktober: Schnitzler stirbt nach einer Gehirnblutung in Wien.
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