Lion Feuchtwanger
In seinen historischen Romanen und Erzählungen liebte er klare Linien und grelle Farben, starke Töne und mächtige Akkorde. Er hatte eine Schwäche für Pomp, Reichtum und Luxus, für prächtige Dekorationen und prunkvolle Kostüme, für hochdramatische Begegnungen und theatralische Situationen. Das Intensive war sein Element. Alle seine Bücher zeugen von seinem Optimismus, von seinem Glauben an die Vernunft und den Fortschritt.
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Lion Feuchtwanger wurde am 7. Juli 1884 in München geboren und starb am 21. Dezember 1958 in Los Angeles.
Studium der Philologie und Philosophie in München und Berlin. Theaterkritiker. Reisen ins Ausland, v. a. Italien. 1914 bei Kriegsausbruch Internierung in Tunis. Flucht nach Deutschland. Teilnahme an der Räte-Revolution in Berlin. 1927 Übersiedlung von München nach Berlin. 1933 Ausbürgerung. 1933-40 Exil in Sanary-sur-Mer, Frankreich. 1936/37 Rußlandreise. Mitherausgeber der Zeitschrift ›Das Wort‹. 1940 im Konzentrationslager Les Milles bei Aix-en-Provence. Flucht über Spanien und Portugal in die USA. Ab 1941 in Pacific Palisades, Kalifornien.
Höhenflugrekord, Erstdruck in: Berliner Tageblatt, Berlin 1932.
Weitere wichtige Werke: Die häßliche Herzogin Margarete Maultasch R. 1923 - Jud Süß R. 1925 - Die Geschwister Oppenheim R. 1933 - Exil R. 1942 - Der Tag wird kommen R. 1945 - Die Jüdin von Toledo R. 1954.
Marieluise Fleißer
Dramatikerin und Prosaautorin, die in zwei zeitkritischen Volksstücken die Heuchelei, die Verlogenheit, die Prüderie und vor allem die Abhängigkeit der Frauen von den Männern anschaulich und auch mit Humor gezeigt hat. Die Authentizität dieser Bühnenstücke hat mit der oft derben Sprachkraft der Autorin zu tun, die auf glänzende Weise die heimatliche Mundart zu verwenden weiß. Anschaulich und urwüchsig sind auch ihre (meist autobiographisch gefärbten) Erzählungen.
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Marieluise Fleißer wurde am 23. November 1901 in Ingolstadt geboren und starb dort am 2. Februar 1974.
Ab 1919 Studium der Germanistik und Theatergeschichte in München. Bekanntschaft mit Lion Feuchtwanger und Bertolt Brecht. Bis 1933 freie Schriftstellerin in Berlin. Nach Schreibverbot Rückkehr nach Ingolstadt. 1935 Heirat mit Josef Haindl. Reisen nach Schweden, Frankreich und Spanien. Nach 1945 wieder literarisch tätig.
Avantgarde, erste Buchausgabe: München 1963.
Weitere wichtige Werke: Fegefeuer Dr. 1926 - Pioniere in Ingolstadt Dr. 1929 - Der starke Stamm Dr. 1946 - Abenteuer aus dem Englischen Garten En. 1969.
Theodor Fontane
Er war schon über siebzig Jahre alt, als er die Romane schrieb, die als seine Hauptwerke gelten: Frau Jenny Treibel, Effi Briest und Der Stechlin. Lange hat man ihn unterschätzt: Das Leichte wurde als leichtsinnig verpönt, das Unterhaltsame als gefällig mißverstanden, das Charmante gar als undeutsch beschimpft. Doch längst hat sich das Urteil durchgesetzt, daß er der größte deutsche Romancier der Epoche zwischen Goethe und Thomas Mann ist.
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Theodor Fontane wurde am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geboren und starb am 20. September 1898 in Berlin.
1836-40 Apothekerlehre. Arbeitete 1843 in der väterlichen Apotheke. 1844 im Dichterkreis ›Tunnel über der Spree‹. 1847 Pharmazeutenexamen. 1849 Berliner Korrespondent der ›Dresdner Zeitung‹. 1850 Lektor im ›Literarischen Kabinett‹ der preußischen Regierung, Heirat mit Emilie Rouanet-Kummer. Bekanntschaft mit Franz Kugler. 1852 Berichterstatter für die ›Preußische Zeitung‹ in London. 1855-59 fester Wohnsitz in London. 1860-70 Redakteur der ›Kreuzzeitung‹. 1866 Reisen zu den böhmischen und süddeutschen Kriegsschauplätzen. 1870-89 Theaterkritiker für das Königliche Schauspielhaus bei der ›Vossischen Zeitung‹ Berlin. 1870 Reise zum französischen Kriegsschauplatz. Festnahme in Domremy mit anschließender knapp zweimonatiger Haft auf der Île d’Oléron. 1876 Sekretär der Akademie der Künste Berlin.
Schach von Wuthenow, Erstdruck in: Vossische Zeitung, Berlin 1882.
Stine, Erstdruck in: Zeitschrift Deutschland, Glogau 1890.
Weitere wichtige Werke: Jenseits des Tweed Reiseb. 1860 - Balladen 1861 - Wanderungen durch die Mark Brandenburg Abh. 1862-82 - Vor dem Sturm R. 1878 - L’Adultera N. 1882 - Graf Petöfy R. 1884 - Irrungen Wirrungen R. 1888 - Unwiederbringlich R. 1891 - Frau Jenny Treibel R. 1892 - Effi Briest R. 1895 - Die Poggenpuhls R. 1896 - Von Zwanzig bis Dreißig Aut. 1898 - Gedichte 1898 - Der Stechlin R. 1899.
Max Frisch
Er war ein Bürger mit dem Spieltrieb und der Sehnsucht eines Artisten und ein Artist mit dem Ehrgeiz eines Bürgers. Er zeigte den bürgerlichen Intellektuellen seiner Epoche, dessen Schwäche und Ohnmacht, dessen Liebesfähigkeit und Liebeshunger. Er vermochte uns unsere Angst vor der Vergänglichkeit und vor dem Tod so bewußt zu machen, daß wir uns in seinem Werk wiedererkennen konnten. In seinen Romanen finden wir die Synthese von Intellektualität und Popularität.
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Max Frisch wurde am 15. Mai 1911 in Zürich geboren und starb dort am 4. April 1991.
1931-33 Germanistikstudium in Zürich. Arbeitete als Journalist. 1936-41 Architekturstudium an der Technischen Hochschule Zürich. 1939 im Grenzdienst. Reisen nach Polen, Deutschland, Italien und Frankreich. 1942 Heirat mit Constanze von Meyenburg. 1942-54 selbständiger Architekt. 1951/52 Studienreise in Amerika und Mexiko. 1954 Scheidung von seiner Ehefrau. 1955-60 freier Schriftsteller in Zürich. 1958 Georg-Büchner-Preis. 1960-65 in Rom, wo er zunächst mit Ingeborg Bachmann zusammenlebte. 1968 Heirat mit Marianne Oellers.
Der andorranische Jude, erste Buchausgabe: Tagebuch mit Marion, Zürich 1947.
Skizze eines Unglücks, erste Buchausgabe: Tagebuch 1966-71, Frankfurt am Main 1972.
Glück, Erstdruck in: Die Zeit, Hamburg 24. März 1972.
Weitere wichtige Werke: Die chinesische Mauer Dr. 1947 - Graf Öderland Dr. 1951 - Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie K. 1953 - Herr Biedermann und die Brandstifter H. 1956 - Homo Faber R. 1957 - Andorra Dr. 1961 - Mein Name sei Gantenbein R. 1964 - Biographie Dr. 1967 - Wilhelm Tell für die Schule E. 1971 - Dienstbüchlein Prosa 1974 - Montauk R. 1975 - Der Mensch erscheint im Holozän E. 1979.
Franz Fühmann
Erzähler und Lyriker, der eine große sowohl politische als auch literarische Entwicklung durchgemacht hat. Sein zentrales Thema ist das Erlebnis des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs, ferner die entschiedene Hinwendung zur DDR und die schmerzhafte Desillusionierung. Seine Lyrik führt von primitiven Propagandastrophen zu originellen Balladen, in denen Motive aus alten deutschen Sagen und Märchen rationalistisch gedeutet und in die Gegenwart einbezogen werden. Seine Novellen zeichnen sich durch Bildkraft und Beredsamkeit aus.
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Franz Fühmann wurde am 15. Januar 1922 in Rochlitz im Riesengebirge geboren und starb am 8. Juli 1984 in Ost-Berlin.
Soldat im Zweiten Weltkrieg. Bis 1949 in russischer Kriegsgefangenschaft. Abwendung vom Nationalsozialismus, bekennender Marxist. Ab 1949 Kulturpolitiker, Journalist und Schriftsteller in Ost-Berlin.
Das Judenauto, Erstdruck: Berlin 1962.
König Ödipus, Erstdruck: Berlin 1966.
Weitere wichtige Werke (neben der Lyrik): Stürzende Schatten Nn. 1959 - Fronten En. 1960 - Erfahrungen und Widersprüche Ess. 1975 - Der Geliebte der Morgenröte En. 1978 - Saiäns-Fiktschen En. 1981 - Der Sturz des Engels Ess. 1982 - Die Schatten En. postum 1986.
Johann Wolfgang Goethe
Er war ein Dichter und ein Gelehrter, ein Artist und ein Naturwissenschaftler, ein Träumer, ein Visionär und doch ein Realpolitiker. Er war ein passionierter Theoretiker und zugleich ein unermüdlicher Praktiker. Er liebte die Klarheit und verteidigte die Dunkelheit. Er schätzte das Vornehme und das Aristokratische, ohne sich gegen das Plebejische und das Derbe zu sperren und ohne das Vulgäre zu verachten. Er beherrschte die unterschiedlichsten Stile, er versuchte sich in allen Formen und Gattungen: Nichts Literarisches war ihm fremd, nichts Künstlerisches gleichgültig. Er war ein Neuerer und ein Vollender.
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Johann Wolfgang Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren und starb am 22. März 1832 in Weimar.
1765-68 Jurastudium in Leipzig, später in Straßburg. Ab 1770 Freundschaft mit Johann Gottfried Herder. 1775 Berufung nach Weimar. 1779 Ernennung zum ›Geheimen Rat‹. 1782 Adelsdiplom durch Joseph II. 1786-88 erste Italienreise. 1788 erste Begegnung mit Christiane Vulpius, die er 1806 heiratet. 1789 Geburt von Sohn August. 1792 Teilnahme an der Campagne in Frankreich. Ab 1794 Freundschaft mit Schiller. 1816 Tod Christianes. 1830 Tod des Sohnes.
Die Sängerin Antonelli, aus: Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten, Erstdruck in: Die Horen, Nr. 1/2, 4, 7, 9, Tübingen 1795.
Die wunderlichen Nachbarskinder, Erstdruck in: Die Wahlverwandtschaften, Tübingen 1809.
Der Mann von funfzig Jahren, Erstdruck: Wilhelm Meisters Wanderjahre oder die Entsagenden, Erstdruck in: Goethe’s Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand, Bde. 21-23, Tübingen 1829 (2. Fassung) [Die 1. Fassung erschien Stuttgart/Tübingen 1821.].
Weitere wichtige Werke (neben weiteren lyrischen Zyklen und Gedichten): Götz von Berlichingen Dr. 1771/73 - Die Leiden des jungen Werthers R. 1774 - Iphigenie auf Tauris Dr. 1779 - Römische Elegien G. 1791 - Wilhelm Meisters Lehrjahre R. 1796 - Hermann und Dorothea Dr. 1798 - Faust I Dr. 1808 - Farbenlehre Abh. 1810 - Dichtung und Wahrheit Aut. 1811-14 - Italienische Reise Reiseb. 1816/17 - West-östlicher Divan G. 1819 - Faust II Dr. 1831 abgeschlossen.
Jeremias Gotthelf
Dieser Schweizer, der sich um die zeitgenössische Literatur nicht kümmern wollte, hat gleichwohl mit seinen realistischen Bauernromanen und Erzählungen moderne Epik geschaffen, in der uns heute die oft allzu aufdringlichen Bemühungen um das Pädagogische und das Moralische ein wenig stören, die sich aber zugleich durch viele anschauliche und bildkräftige Milieuschilderungen auszeichnen und vor allem durch solide und originelle Porträts.
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Jeremias Gotthelf (Albert Bitzius) wurde am 4. Oktober 1797 in Murten im Kanton Fribourg geboren und starb am 22. Oktober 1854 in Lützelflüh bei Bern.
1814-20 Studium der Theologie, Mathematik, Physik, Geschichte und Philosophie an der Akademie Bern. 1821/22 Studium der Geschichte und Ästhetik in Göttingen. 1824-29 Vikar in Herzogenbuchsee. 1829 wegen Streit mit der Behörde Versetzung nach Bern. Ab 1831 Vikar in Lützelflüh im Emmental, dann Pfarrer. 1833 Heirat mit Henriette Elisabeth Zeender. 1835-45 Schulkommissär. Gründung einer Erziehungsanstalt für arme Jugendliche.
Die schwarze Spinne, Erstdruck in: Bilder und Sagen aus der Schweiz, Bd. 1, Solothurn 1842.
Weitere wichtige Werke: Uli der Knecht R. 1841 - Geld und Geist R. 1844 - Uli der Pächter R. 1849 - Erzählungen und Bilder aus dem Volksleben der Schweiz 1850-55 - Zeitgeist und Berner Geist R. 1852.
Günter Grass
Ein Epiker und Lyriker, der in seinen Romanen und Gedichten vom Reiz des Prosaischen fasziniert ist und es zum Poetischen erhebt. Hier wie da macht er die Skurrilität des Alltäglichen sichtbar und das Absurde im Gewöhnlichen. Er ist ein grimmiger Idylliker, ein sarkastisch-aggressiver Heimatdichter, der die Welt (vorwiegend die kleinbürgerliche) mit einem ganz und gar unbelasteten und von Vorurteilen freien Blick betrachtet. Seine Romane sind satirische, zeitkritische Gemälde, in denen nicht Konflikte und Probleme dominieren, sondern Bilder und Visionen. Diese Epik zeugt von ungewöhnlicher sprachlicher Kraft, von der Lust am Fabulieren und von einer erstaunlichen Phantasie.
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Günter Grass wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig geboren, lebt in der Nähe von Lübeck.
Flakhelfer und Panzerschütze im Zweiten Weltkrieg. 1947 nach Entlassung aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft Steinmetzlehre. 1949-52 Grafik- und Bildhauerstudium in Düsseldorf. 1951-55 Reisen in Europa. 1953 Hochschule für Bildende Künste in Berlin. 1954 Heirat mit Anna Schwarz. Mitglied der ›Gruppe 47‹. 1965 Georg-Büchner-Preis. 1983-86 Präsident der Akademie der Künste in Berlin. 1999 Literaturnobelpreis.
Katz und Maus, Erstdruck: Neuwied 1961.
Weitere wichtige Werke (neben der Lyrik): Die Blechtrommel R. 1959 - Hundejahre R. 1963 - Das ist des Deutschen Vaterland Rd. 1965 - Die Plebejer proben den Aufstand Dr. 1966 - Örtlich betäubt R. 1969 - Aus dem Tagebuch einer Schnecke Prosa 1972 - Der Butt R. 1977 - Das Treffen von Teltge E. 1979 - Kopfgeburten oder Die Deutschen sterben aus Prosa 1980 - Die Rättin R. 1986 - Ein weites Feld R. 1995 - Im Krebsgang R. 2002.
Franz Grillparzer
Ein selbstquälerischer und melancholischer, zwiespältiger und harmoniebedürftiger Dramatiker und Erzähler, der Klassiker und Romantiker in einem war. Er bewährte sich immer wieder ebenso als Sprachkünstler wie auch als sensibler Psychologe und verband viel Phantasie mit geistreich-analytischen Fähigkeiten. In seinem Werk ähnelt Österreich dem alten Griechenland und Hellas dem modernen Österreich.
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Franz Grillparzer wurde am 15. Januar 1791 in Wien geboren und starb dort am 21. Januar 1872.
1808-11 Studium der Rechts- und Staatswissenschaft in Wien. Ab 1815 Anstellung bei der Hofkammer, dem späteren Finanzministerium. 1818-23 Theaterdichter des Burgtheaters. 1819 Italienreise. 1821 Bekanntschaft mit Katharina Fröhlich. Ab 1823 Konzipist der allgemeinen Hofkammer. 1826 Reise durch Deutschland. Treffen u. a. mit Ludwig Tieck, Rahel Varnhagen, Johann Wolfgang Goethe. 1843 Reise nach Konstantinopel und Athen. Ab 1847 Mitglied der Wiener Akademie der Wissenschaft.
Der arme Spielmann, Erstdruck in: Almanach ›Iris‹ auf das Jahr 1848, Wien 1848.
Weitere wichtige Werke: Sappho Dr. 1819 - Das goldene Vließ Drr. 1822 - König Ottokar’s Glück und Ende Dr. 1825 - Der Traum ein Leben Dr. 1840 - Weh dem, der lügt Dr. 1840 - Des Meeres und der Liebe Wellen Dr. 1840 - Ein Bruderzwist in Habsburg Dr. 1872.
Jacob und Wilhelm Grimm
Aus den vielfachen literarischen und wissenschaftlichen Bemühungen der Brüder ragen zwei epochale Werke hervor, die ihnen die Unsterblichkeit sichern: das etymologische Wörterbuch der deutschen Sprache, das zu Recht ›Grimms Wörterbuch‹ genannt wird, und die Kinder- und Hausmärchen, die von den Brüdern und deren Mitarbeitern gesammelt, überliefert, bearbeitet und wahrscheinlich auch bisweilen erfunden wurden und die rühmlich von Phantasie und Sprachkraft zeugen.
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Jacob Ludwig Karl Grimm wurde am 4. Januar 1785 in Hanau geboren und starb am 20. September 1863 in Berlin.
Ab 1802 Jurastudium in Marburg. 1805 Mitarbeiter Savignys in Paris. 1806 Übersiedlung nach Kassel. Ab 1808 Privatbibliothekar des Königs Jérôme in Wilhelmshöhe bei Kassel. 1814/15 Legationsrat beim Wiener Kongreß. 1829 Professor für deutsche Altertumswissenschaft in Göttingen, gleichzeitig Bibliothekar. 1837 Teilnahme am Protest der ›Göttinger Sieben‹ gegen den Verfassungsbruch des hannoveranischen Königs. Amtsenthebung und Verweisung des Landes. Übersiedlung nach Kassel. 1840 Mitglied der Akademie der Wissenschaft und Professor in Berlin. 1848 Abgeordneter im Frankfurter Parlament.
Wilhelm Karl Grimm wurde am 24. Februar 1786 in Hanau geboren und starb am 16. Dezember 1859 in Berlin.
1803-06 Jurastudium in Kassel. Anstellung als Privatgelehrter. 1814-29 Bibliothekssekretär in Kassel. 1825 Hochzeit mit Dorothea Wild. 1830 Unterbibliothekar in Göttingen. 1835 Professor. 1837 wie sein Bruder amtsenthoben. 1838 Übersiedlung nach Kassel. Ab 1841 Mitglied der Akademie der Wissenschaft in Berlin.
Hänsel und Gretel, Aschenputtel, Rotkäppchen, Die Bremer Stadtmusikanten, Der Gevatter Tod, Dornröschen, Schneewittchen, Rumpelstilzchen, Erstdruck in: Kinder- und Hausmärchen, Berlin 1812-15.
Weitere wichtige Werke: Deutsche Sagen 1816-18 - Deutsche Grammatik 1819-37 - Deutsches Wörterbuch 1852-1961.
Fotos: Andrej Reiser (Max Frisch)
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