Peter Handke
Als ›enfant terrible‹ begann er seinen schriftstellerischen Weg. Elemente dieser Haltung sind bei dem radikalen, bisweilen aggressiven Nonkonformisten bis heute zu beobachten. In seinem Frühwerk bemühte er sich, zumal in Theaterstücken, den Zusammenhang von Gesellschaft und Sprache aufzudecken. Seine erzählenden Schriften, die Gespür für charakteristische Zeitstimmungen mit stilistischer Reizbarkeit verbinden, sind Selbstfindungsgeschichten. Auch seine Journale bieten vor allem die Selbstanalyse - einschließlich der Hinwendung zum Glauben und, in einer späteren Phase, zur politischen Aktivität.
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Peter Handke wurde am 6. Dezember 1942 in Griffen in Kärnten geboren, lebt in Chaville in Frankreich.
1961-65 Jurastudium in Graz. Mitglied der Grazer Autorengruppe. Publikationen in der Zeitschrift ›manuskripte‹. 1965 Abbruch des Studiums und Übersiedlung nach Düsseldorf. 1968 nach Berlin. 1973 Georg-Büchner-Preis. 1973-78 in Paris. 1979 Übersiedlung nach Salzburg.
Das Umfallen der Kegel von einer bäuerlichen Kegelbahn, Erstdruck in: Begrüßung des Aufsichtsrats, Salzburg 1969.
Weitere wichtige Werke: Publikumsbeschimpfung Dr. 1966 - Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt G. 1969 - Die Angst des Tormanns beim Elfmeter R. 1970 - Der Ritt über den Bodensee Dr. 1971 - Der kurze Brief zum langen Abschied R. 1972 - Wunschloses Unglück E. 1972 - Die Stunde der wahren Empfindung E. 1975 - Das Gewicht der Welt Tgb. 1977 - Langsame Heimkehr E. 1979 - Die Wiederholung R. 1986 - Gedicht an die Dauer Poem 1986 - Mein Jahr in der Niemandsbucht R. 1994 - Der Bildverlust R. 2002.
Wilhelm Hauff
Er war ein äußerst produktiver Autor, geistreich und humorvoll. Seine stets um die Unterhaltung der Leser bemühten und zu Recht populären Novellen und seine berühmten Kunstmärchen zeigen Phantastisches in einer realen Welt und verbinden Poetisches mit Zeitkritischem. Er gehörte zu den ersten Berufsschriftstellern in der Geschichte der deutschen Literatur.
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Wilhelm Hauff wurde am 29. November 1802 in Stuttgart geboren und starb dort am 18. November 1827.
1820-25 Theologie- und Philosophiestudium am Tübinger Stift. Burschenschaftler. 1824-26 Hauslehrer in Stuttgart. 1826 Reise durch Frankreich, die Niederlande und Norddeutschland. 1827 Redakteur von Johann Friedrich Cottas ›Morgenblatt‹. 1827 Heirat mit seiner Cousine Luise Hauff.
Die Geschichte von Kalif Storch, Erstdruck in: Mährchen-Almanach auf das Jahr 1826, Stuttgart 1826.
Der Zwerg Nase, Erstdruck in: Mährchen-Almanach auf das Jahr 1828, Stuttgart 1828.
Weitere wichtige Werke: Lichtenstein R. 1826 - Mitteilungen aus den Memoiren des Satans E. 1826/27 - Phantasien im Bremer Ratskeller E. 1827.
Gerhart Hauptmann
Seine Theaterstücke, Romane, Erzählungen und Epen sind verschiedenen Stilen verpflichtet, doch seine weitaus bedeutendste Leistung liegt im Bereich des naturalistischen Dramas, dem er mit seinem frühen Werk zum literarhistorischen Durchbruch verhalf und zu dem er nach neuromantischen und ähnlichen Versuchen immer wieder zurückkehrte. Charakteristisch für das naturalistische Werk ist die Fülle der glänzenden Milieuschilderungen und der nahezu unvergleichliche Reichtum der Figuren aus allen Schichten der Bevölkerung. Im Mittelpunkt steht meist das unterdrückte und verfolgte, das leidende und schließlich scheiternde Individuum.
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Gerhart Hauptmann wurde am 15. November 1862 in Ober-Salzbrunn in Schlesien geboren und starb am 6. Juni 1946 im schlesischen Agnetendorf.
1880 Eintritt in die Bildhauerklasse der Königlichen Kunstschule in Breslau. 1882/83 Studium der Naturwissenschaften, Philosophie und Geschichte in Jena. 1883 Seereise über Hamburg, Barcelona, Marseille, Genua, Neapel mit anschließendem sechsmonatigen Aufenthalt in Rom als Bildhauer. 1884 Geschichtsstudium in Berlin. 1885 Heirat mit Marie Thienemann. 1885-88 in Erkner bei Berlin als freier Schriftsteller. Begegnung mit Richard Dehmel und Otto Erich Hartleben. 1891 Übersiedlung ins schlesische Schreiberhau. 1894 USA-Reise. Ab 1901 Hauptwohnsitz in Agnetendorf. 1904 Scheidung von Marie Thienemann und Heirat mit Margarete Marschalk. 1912 Literaturnobelpreis.
Bahnwärter Thiel, Erstdruck in: Gesellschaft, H. 4, München 1888.
Weitere wichtige Werke: Vor Sonnenaufgang Dr. 1889 - Die Weber Dr. 1892 - Der Biberpelz Dr. 1893 - Fuhrmann Henschel Dr. 1899 - Rose Bernd Dr. 1903 - Der Narr in Christo Emanuel Quint R. 1910 - Die Ratten Dr. 1911 - Die Insel der großen Mutter R. 1925 - Vor Sonnenuntergang Dr. 1932 - Iphigenie in Delphi Tr. 1941 - Atriden-Tetralogie Drr. 1941-48.
Johann Peter Hebel
Er schrieb kurze Geschichten und Anekdoten, naive und weise, pädagogische und humoristische, idyllische und satirische. Es sind Geschichten, die zugleich belehren und amüsieren. Man kann das alles knapper formulieren: Er schrieb poetische Geschichten. Sie gehören zu den schönsten in deutscher Sprache.
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Johann Peter Hebel wurde am 10. Mai 1760 in Basel geboren und starb am 22. September 1826 in Schwetzingen.
1778-80 Theologiestudium in Erlangen. 1780 Predigtamtsexamen in Karlsruhe. Arbeit als Hauslehrer und Vikar in Hertingen. 1783-91 Seminarlehrer am Pädagogium Lörrach. 1791-98 Lehrer am Gymnasium in Karlsruhe, wo er 1798-1808 eine Professur für Dogmatik und hebräische Sprache innehatte. Ab 1809 Mitglied der evangelischen Kirchen- und Schulprüfungskommission. Ab 1814 Mitglied des Konsistoriums. Ab 1819 evangelischer Prälat. 1819-21 Mitglied des badischen Landtags.
Der kluge Richter, Eine merkwürdige Abbitte, Kannitverstan, Drei Wünsche, Moses Mendelssohn, Ein teurer Kopf und ein wohlfeiler, Unverhofftes Wiedersehen, Drei Worte, Glimpf geht über Schimpf, Erstdruck in: Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes, Karlsruhe 1808-1811.
Weitere wichtige Werke: Alemannische Gedichte 1803 - Rheinischer Hausfreund (Hg.) Zs. 1813-15, 1819.
Christoph Hein
Ein Dramatiker und Erzähler, der in seinen Werken mit Phantasie und Intelligenz vor allem das Leben in der DDR vergegenwärtigt. In seinen bühnenwirksamen Theaterstücken behandelt er oft auf originelle Weise historische Stoffe, in denen jedoch der aktuelle Bezug stets unverkennbar ist.
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Christoph Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf in Schlesien geboren, lebt in Berlin.
1967-71 Studium der Philosophie und Logik in Leipzig und Berlin. Dramaturg an der Volksbühne in Ost-Berlin. Ab 1979 freier Schriftsteller. 1989 Dozent für Poetik an der Essener Volkwang-Schule. Ab 1992 Mitherausgeber der Wochenzeitung ›Freitag‹. Mitglied der Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. 1998 Präsident des vereinigten PEN.
Der neuere (glücklichere) Kohlhaas. Bericht von einem Rechtshandel aus den Jahren 1972/73, Erstdruck in: Nachtfahrt und früher Morgen, Berlin/Weimar 1980.
Weitere wichtige Werke: Drachenblut N. 1983 - Cromwell Dr. 1980 - Passage Dr. 1987 - Der fremde Freund N. 1982 - Horns Ende R. 1985 - Der Tangospieler R. 1989 - Willenbrock R. 2000.
Heinrich Heine
Er hat die Sprache der Lyrik und der Prosa erneuert, er hat sie entrümpelt und verschlankt und damit die Voraussetzung für die Demokratisierung der Literatur geschaffen. Er ließ die Naivität des deutschen Volkslieds wiederaufleben, er scheute weder Pathos noch Sentimentalität - und er hat alles mit Ironie und Humor relativiert und kritisiert. Ein passionierter Skeptiker war er und ein skeptischer Provokateur. Scheinbar mühelos gelang ihm, was bei uns immer Seltenheitswert hat: die Synthese aus Witz und Weisheit, Charme und Scharfsinn, Gefühl und Grazie. Ihm ist geglückt, was Europa den Deutschen kaum mehr zutraute: ein Stück Weltliteratur in deutscher Sprache.
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Heinrich Heine wurde am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf geboren und starb am 17. Februar 1856 in Paris. 1819 Jurastudium in Bonn. 1821-23 Fortsetzung des Studiums in Berlin mit den zusätzlichen Fächern Philosophie und Literatur. Verkehr im Salon Rahel Varnhagens. 1824 Besuch bei Goethe in Weimar. 1825 Übertritt zum Protestantismus. Nach der Promotion zum Dr. jur. lebte er in Lüneburg und Hamburg. 1827 Reise nach London. 1828 Italienreise. 1831 Übersiedlung nach Paris. Korrespondent der Augsburger ›Allgemeinen Zeitung‹. Bekanntschaft u. a. mit Victor Hugo, Alexandre Dumas, George Sand und Honoré de Balzac. Anschluß an die Saint-Simonisten. 1835 Verbot seiner Schriften in Deutschland durch den Bundestagsbeschluß gegen das ›Junge Deutschland‹. 1841 Heirat mit Créscence Eugenie Mirat.
Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski, Erstdruck in: Der Salon, Bd. 1, Hamburg 1834.
Florentinische Nächte, Erstdruck in: Morgenblatt für gebildete Stände, Nr. 83-92, 114-125, Stuttgart 1836 [unvollst.; vollst. in: Der Salon, Bd. 3, Hamburg 1837].
Der Rabbi von Bacherach, Erstdruck in: Der Salon, Bd. 4, Hamburg 1940.
Weitere wichtige Werke: Reisebilder 1826-31 - Buch der Lieder 1827 - Die romantische Schule Schr. 1836 - Über Ludwig Börne Schr. 1840 - Deutschland. Ein Wintermärchen E. 1844 - Atta Troll Ep.1847 - Romanzero G. 1851 - Die Harzreise E. 1853.
Hermann Hesse
Der Lyriker, dem wir einige vollkommene Gedichte verdanken, und der Romancier und Novellist, der außerordentlich erfolgreich war und ist, galt als ein strenger Seher mit zarter Stimme und ein jugendbewegter Klassiker der Literatur des zwanzigsten Jahrhunderts. Er war ein Rebell und ein Anarchist, doch vor allem ein Poet. Sein Werk bietet eine Mischung aus deutschromantischer Tradition und moderner Psychologie, aus Idyllik und Zivilisationsverachtung. Mit der heftigen Kritik des bürgerlichen Lebens verbindet sich die Sehnsucht nach einer soliden und stabilen, schließlich doch bürgerlichen Ordnung.
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Hermann Hesse wurde am 2. Juli 1877 im württembergischen Calw geboren und starb am 9. August 1962 in Montagnola bei Lugano in der Schweiz.
Ab 1895 Buchhandelslehre in Tübingen. 1899 Buchhändler und Antiquar in Basel. Ab 1904 freier Schriftsteller in Gaienhofen am Bodensee. 1904 Heirat mit Maria Bernoulli. 1907-12 Mitherausgeber der Zeitschrift ›März‹. 1911 Reise nach Indien. Ab 1912 Ostermundigen bei Bern. Im Ersten Weltkrieg Helfer des Roten Kreuzes und der deutschen Kriegsgefangenenfürsorge in Bern. Ab 1919 Wohnsitz in Montagnola bei Lugano. 1919-23 Mitherausgeber der Zeitschrift ›Vivos voco‹. Ab 1923 Schweizer Staatsangehörigkeit. 1946 Literaturnobelpreis.
Knulp, Erstdruck: Berlin 1915.
Klein und Wagner, Erstdruck in: Klingsors letzter Sommer, Berlin 1920.
Weitere wichtige Werke (neben der Lyrik): Peter Camenzind R. 1904 - Unterm Rad R. 1906 - Roßhalde R. 1914 - Demian E. 1919 - Märchen 1919 - Siddharta R. 1922 - Piktors Verwandlungen M. 1925 - Der Steppenwolf R. 1927 - Narziß und Goldmund R. 1930 - Die Morgenlandfahrt E. 1932 - Das Glasperlenspiel R. 1943.
Georg Heym
Der Lyriker und Novellist wäre vielleicht einer der größten Dichter Deutschlands geworden, jedenfalls des zwanzigsten Jahrhunderts. Seine Poesie, die Formstrenge mit verblüffendem Bilderreichtum und kühnen Visionen verbindet, zeichnet sich durch eine unvergleichliche, ekstatisch-dämonische Aura aus und hat in hohem Maße die Vorstellung vom deutschen Expressionismus geprägt, zumal vom Frühexpressionismus. MRR
Georg Heym wurde am 30. Oktober 1887 in Hirschberg in Niederschlesien geboren und starb am 16. Januar 1912 in Berlin.
1907-10 Jurastudium in Würzburg, Jena und Berlin. Ab 1910 Mitglied im expressionistischen ›Neuen Club‹ in Berlin. Gedichtvorträge bei den Veranstaltungen des ›Neopathetischen Cabarets‹. 1911 erste juristische Staatsprüfung, danach für wenige Monate Referendar bei Gericht. Studium am Orientalischen Seminar in Berlin.
Jonathan, erste Buchausgabe: Der Dieb. Ein Novellenbuch, Leipzig 1913.
Weitere wichtige Werke: Der ewige Tag G. 1911 - Umbra vitae G. 1912 - Marathon G. 1914.
Wolfgang Hildesheimer
Im Werk des Romanciers, Geschichtenerzählers und Essayisten wird immer wieder die Absurdität der Welt behauptet, dargestellt und entlarvt - zumal in skurrilen, satirischen Parabeln, die von einer starken Phantasie zeugen (Lieblose Legenden). Von seinen Romanen ist Tynset, ein großer zeitkritischer Monolog, wohl der bedeutendste, von den essayistischen Schriften ist es gewiß die Mozart-Monographie.
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Wolfgang Hildesheimer wurde am 9. Dezember 1916 in Hamburg geboren und starb am 21. August 1991 in Poschiavo in der Schweiz.
1933-36 Möbeltischler und Innenarchitekt in Palästina. 1937-39 Studium der Malerei und Graphik in London. 1939-45 englischer Informationsoffizier in Palästina. 1946-49 Dolmetscher bei den Nürnberger Prozessen. 1949 Maler in Ambach am Starnberger See. Ab 1950 freier Schriftsteller. Mitglied der ›Gruppe 47‹. Ab 1957 ständiger Wohnsitz in Poschiavo in Graubünden. 1966 Georg-Büchner-Preis. 1967 Gastdozent für Poetik an der Universität in Frankfurt am Main.
Ich schreibe kein Buch über Kafka, Das Ende einer Welt, Erstdruck in: Lieblose Legenden, Frankfurt am Main 1952.
Weitere wichtige Werke: Das Atelierfest H. 1955 - Das Opfer Helena H. u. Dr. 1955 - Herrn Walsers Raben H. 1960 - Betrachtungen über Mozart Es. 1963 - Tynset R. 1965 - Marbot R. 1981- Das Ende der Fiktionen Rd. 1985.
E. T. A. Hoffmann
In seinen Romanen, Novellen und Märchen vermochte er zu vereinen (was alle in Erstaunen versetzte): das Wirkliche mit dem Überwirklichen, die Romantik mit dem Realismus (den es zu seiner Zeit eigentlich noch nicht gab), die kühnste Phantasie mit der treuesten Detailbeschreibung - und alles auf der Ebene der Virtuosität. Zu den zentralen Motiven seines Werks gehört die Angst.
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Ernst Theodor Amadeus (eigtl. Wilhelm, nannte sich aus Verehrung für Mozart Amadeus) Hoffmann wurde am 24. Januar 1776 in Königsberg geboren und starb am 25. Juni 1822 in Berlin.
1792-95 Jurastudium in Königsberg. 1798 Kammergerichtsreferendar in Berlin. 1800 Assessor in Posen. 1802 Strafversetzung wegen Karikaturen nach Plozk in Polen. Heirat mit Maria Thekla Michalina Rorer. 1804 Übersiedlung nach Warschau. 1807-13 Anstellung am Theater in Bamberg als Musiklehrer, Komponist und Musikkritiker. 1813 Übersiedlung nach Dresden. Ab 1816 Anstellung als Jurist in Berlin. Richter bei den Demagogenprozessen gegen die Burschenschaften. 1821 Mitglied im Oberappellationssenat des preußischen Kammergerichts. Bekanntschaft u. a. mit Clemens Brentano, Adelbert von Chamisso.
Ritter Gluck. Eine Erinnerung aus dem Jahre 1809, Erstdruck in: Allgemeine Musikalische Zeitung, Leipzig 15. Februar 1809 [Erste Buchausgabe in: Fantasiestücke in Callot’s Manier, Bd. 1, Bamberg 1814].
Der Sandmann, Erstdruck in: Nachtstücke, Tl. 1, Berlin 1816.
Das Fräulein von Scuderi. Eine Erzählung aus dem Zeitalter Ludwig des Vierzehnten, Erstdruck in: Taschenbuch für das Jahr 1820 der Liebe und Freundschaft gewidmet, Frankfurt am Main 1819 [Erste Buchausgabe in: Die Serapionsbrüder, Bd. 3, Berlin 1820].
Weitere wichtige Werke: Die Elixiere des Teufels R. 1815/16 - Klein Zaches M. 1819 - Die Serapions-Brüder En. 1819-21 - Die Lebensansichten des Katers Murr R. 1820-22 - Meister Floh M. 1822.
Hugo von Hofmannsthal
Er ist einer der bedeutendsten Dichter Österreichs, der freilich dem Vorwurf der ständigen Stilisierung und Selbstinszenierung nie entgehen konnte. Der Höhepunkt seines vielseitigen Werks ist schon seine frühe, unter dem Pseudonym ›Loris‹ erschienene Lyrik, deren ungewöhnliche Schönheit man gern mit der Vokabel ›magisch‹ beizukommen versucht. Poetisch sind auch seine dramatischen Werke (vor allem das Lustspiel Der Schwierige), zu denen auch die für Richard Strauss geschriebenen Operndichtungen zählen, die ihn, zumal Der Rosenkavalier, weltberühmt gemacht haben.
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Hugo von Hofmannsthal wurde am 1. Februar 1874 in Wien geboren und starb am 15. Juli 1929 in Rodaun.
Bis 1898 Jura- und Romanistikstudium in Wien. Heirat mit Gerty Schlesinger. Ab 1901 zurückgezogenes Leben als freier Schriftsteller in Rodaun bei Wien. Zahlreiche Reisen in die Mittelmeerländer und nach Frankreich. Reserveoffizier in Istrien im Ersten Weltkrieg. 1916 Reisen nach Skandinavien und in die Schweiz. Mitherausgeber der Zeitschrift ›Der Morgen‹ und der ›Österreichischen Bibliothek‹. Freundschaft mit Stefan George und Richard Strauss.
Das Märchen der 672. Nacht, Erstdruck in: Die Zeit, 2., 9. und 16. November, Wien 1895.
Weitere wichtige Werke (neben der Lyrik): Der Tor und der Tod Dr. 1900 - Elektra Dr. 1904 - Jedermann Dr. 1911 - Ariadne auf Naxos Op. 1912 - Die Frau ohne Schatten E. 1919 - Der Schwierige Dr. 1921 - Das Salzburger große Welttheater Dr. 1922 - Der Unbestechliche Dr. 1923 - Ein Brief des Philipp Lord Chandos an Francis Bacon Abh. 1925 - Andreas oder die Vereinigten R.-Fragm. 1932 - Arabella Dr. 1933.
Uwe Johnson
In seinen frühen Büchern rebelliert er gegen die vereinfachende und verfälschende Darstellung des Lebens in der DDR, gegen die ideologische Perspektive und gegen Denkschemata. In einer eigenwilligen, von norddeutschen Mundarten geprägten Diktion will er dem Alltag gerecht werden, auch dem Zwielichtigen und dem Vagen. Seine Tetralogie Jahrestage, die anders als das Früh- werk auf formale Experimente weitgehend verzichtet, ist eine zeitgeschichtliche epische Bestandsaufnahme, die von der Weimarer Republik bis zur unmittelbaren Gegenwart reicht und in deren Mittelpunkt die Beziehungen zwischen dem Individuum und dem totalitären Staat stehen.
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Uwe Johnson wurde am 20. Juli 1934 in Kammin in Pommern geboren und starb am 23. Februar 1984 in Sheerness-on-Sea in England.
1952-56 Germanistikstudium in Rostock und Leipzig. 1959 Übersiedlung nach West-Berlin. 1961 Reise in die USA. 1966-68 in New York, dann wieder in Berlin. 1971 Georg-Büchner-Preis. Ab 1974 Sheerness-on-Sea in England. 1979 Gastdozent für Poetik an der Universität in Frankfurt am Main.
Jonas zum Beispiel, Erstdruck in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 6. Januar 1962.
Weitere wichtige Werke: Mutmaßungen über Jakob R. 1959 - Das dritte Buch über Achim R. 1961 - Karsch und andere Prosa 1964 - Jahrestage R.-Tetralogie 1970-83 - Heute Neunzig Jahr R. postum 1984 - Ingrid Babendererde: Reifeprüfung 1953 R. 1985.
Fotos: Claus Gretter (Christoph Hein), Renate von Mangoldt (Uwe Johnson), Isolde Ohlbaum (Peter Handke)
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