Heinrich Mann
Der unermüdliche Romancier und Essayist verdankt seinen Ruf scharfen sozialkritischen Romanen, in denen er sich satirisch mit dem wilhelminischen Deutschland auseinandersetzte. Das gilt vor allem für den Professor Unrat, die Geschichte eines älteren Mannes, der in eine erotische und sexuelle Abhängigkeit von einer fragwürdigen Frau gerät, und für den Untertan, in dem ein großer kritischer Querschnitt der mit unvergleichlicher Wucht angeklagten Gesellschaft im Kaiserreich geboten wird.
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Heinrich Mann wurde am 27. März 1871 in Lübeck geboren und starb am 12. März 1950 in Santa Monica, Kalifornien.
Studierte in Berlin und München, dann freier Schriftsteller. 1893 Reise nach Paris. 1893-98 in Italien (bes. Palestrina und Florenz) mit seinem Bruder Thomas Mann. 1898 Übersiedlung nach München. 1925 Übersiedlung nach Berlin. Heirat mit Nelly Kroeger. 1930 Präsident der Preußischen Akademie der Künste. 1933 Schriftenverbot. Emigration in die Tschechoslowakei, nach Frankreich, Spanien und schließlich Kalifornien. Starb 1950 kurz vor seiner Rückkehr nach Deutschland.
Gretchen, erste Buchausgabe: Das Herz. Novellen, Leipzig 1910.
Weitere wichtige Werke: Im Schlaraffenland R. 1900 - Die Göttinnen R. 1903 - Professor Unrat R. 1905 - Geist und Tat Ess. 1931- Die Jugend des Königs Henri Quatre R. 1935 - Die Vollendung des Königs Henri Quatre R. 1938 - Ein Zeitalter wird besichtigt Aut. 1946.
Thomas Mann
Seine Romane und Novellen bilden ein mit größter Liebe gezeichnetes und mit schärfstem Kritizismus beglaubigtes, ein in sich geschlossenes, ein vollkommenes Universum, in dessen Mittelpunkt als Gegenfigur zur bürgerlichen Gesellschaft der auf Irrwege geratene Bürger steht, der, ein Schriftsteller oder Künstler, sich als des Lebens Sorgenkind erweist. Zu den wichtigsten Elementen dieser Epik von unvergleichlicher Virtuosität gehören neben der psychologischen Analyse Ironie, Humor und Parodie. Es war ihm gegeben, ungeahnte Möglichkeiten der deutschen Sprache zu entdecken, die er entwickelt, verfeinert und bereichert hat wie vor ihm nur Goethe.
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Thomas Mann wurde am 6. Juni 1875 in Lübeck geboren und starb am 12. August 1955 in Zürich.
1893 Übersiedlung nach München. Volontär einer Versicherungsgesellschaft. 1894 Mitarbeiter am ›Simplizissimus‹. 1895-97 Italienaufenthalt. Rückkehr nach München. 1905 Heirat mit Katia Pringsheim. 1905-1919 Geburt der Kinder Erika, Klaus, Golo, Monika, Elisabeth und Michael. Bis 1914 Wohnsitze in Oberammergau, Tölz und Davos. 1914-33 in München. 1933 Emigration über Holland, Belgien in die Schweiz, dann in die USA. 1939 Gastprofessor an der Princeton University in New Jersey, dann in Berkeley, Kalifornien. 1939 Literaturnobelpreis. 1944 amerikanische Staatsbürgerschaft. Ab 1945 Reisen nach Deutschland. Ab 1952 Wohnsitz in Kilchberg bei Zürich.
Der kleine Herr Friedemann, Erstdruck in: Neue Rundschau, Jg. 8, H. 5, Berlin 1897.
Tristan, Erstdruck in: Tristan. Sechs Novellen, Berlin 1903.
Tonio Kröger, Erstdruck in: Neue Rundschau, Jg. 14, H. 2, Berlin 1903.
Schwere Stunde, Erstdruck in: Simplicissimus, Jg. 10, Nr. 6, München 1905.
Wälsungenblut, erste Buchausgabe: München 1921.
Der Tod in Venedig, Erstdruck in: Neue Rundschau, Jg. 23, H. 10/11, Berlin 1912.
Unordnung und frühes Leid, Erstdruck in: Neue Rundschau, Jg. 36, H. 6, Berlin 1925.
Mario und der Zauberer. Ein tragisches Reiseerlebnis, Erstdruck in: Velhagens und Klasings Monatshefte, Jg. 44, H. 8, Bielefeld/Leipzig 1930 [u. d. T. Tragisches Reiseerlebnis].
Weitere wichtige Werke: Buddenbrooks R. 1901 - Betrachtungen eines Unpolitischen Es. 1918 - Der Zauberberg R. 1924 - Joseph und seine Brüder R.-Tetralogie 1933-42 - Lotte in Weimar R. 1939 - Doktor Faustus R. 1947 - Der Erwählte R. 1951 - Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull R. 1954.
Conrad Ferdinand Meyer
Der historischen Vergangenheit galt sein Interesse, die Psychologie war seine Leidenschaft, der Renaissancekult bestimmte sein Weltbild. Am stärksten kam sein Talent in Novellen zum Vorschein, die sich, in höherem Maße als seine Romane, durch stilistische und formale Vollendung auszeichnen. Seine Lyrik erreicht ihre Höhepunkte in Balladen und formvollendeten Symbolgedichten.
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Conrad Meyer (ab 1877 zweiter Vorname Ferdinand) wurde am 11. Oktober 1825 in Zürich geboren und starb am 28. November 1898 in Kilchberg bei Zürich.
Jurastudium in Zürich. Private historische und philologische Studien. 1857/58 Reisen nach Frankreich, Deutschland und Italien. Ab 1860 wieder in der Schweiz. 1875 Heirat mit Luise Ziegler. Ab 1877 in Kilchberg bei Zürich. Von 1892 bis zu seinem Tod in der Nervenheilanstalt Königsfelden.
Der Schuß von der Kanzel, Erstdruck in: Zürcher Taschenbuch auf das Jahr 1878, Zürich 1877.
Gustav Adolfs Page, Erstdruck in: Deutsche Rundschau, Berlin 1882 [u. d. T. Page Leubelfing] [Erste Buchausgabe: Leipzig 1882].
Weitere wichtige Werke (neben der Lyrik): Das Amulett N. 1873 - Georg Jenatsch R. 1876 - Die Hochzeit des Mönchs N. 1884 - Die Versuchung des Pescara N. 1887 - Angela Borgia N. 1891.
Eduard Mörike
Man hat den Namen Mörike mit Begriffen wie ›Biedermeier‹ und ›Dorfpfarrer‹ assoziiert, und prompt galt er lange Zeit hindurch als braver und biederer, beschaulicher und beschränkter Provinzpoet, der uns viele belanglose Gedichte beschert habe. Das mag ja alles zutreffen, aber er ist - seinen Schwächen zum Trotz - einer der großen deutschen Dichter. In seiner Poesie der Harmonie und der Versöhnung finden sich zumindest einige Gedichte, in denen Reim und Rhythmus, die Musikalität und der Reichtum der Motive an das höchste Vorbild in der deutschsprachigen Lyrik erinnern. Erstaunlich ist auch seine sanfte Prosa - neben den Märchen vor allem die klassische und zugleich moderne Mozart-Novelle.
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Eduard Mörike wurde am 8. September 1804 in Ludwigsburg geboren und starb am 4. Juni 1875 in Stuttgart.
1818 Seminarist in Urach. 1822 Tübinger Stift. Ab 1826 Vikar in Nürtingen und anderen Orten. 1827/28 vorübergehend Redakteur der Franckschen ›Damenzeitung‹. 1829-34 Vikar in verschiedenen Gemeinden. 1834-43 Pfarrer in Cleversulzbach bei Weinsberg. Lebte mit seiner Mutter und seiner Schwester Clara zusammen. 1851 Heirat mit Margarethe von Speeth. 1851-66 Lehrer für Literatur am Katharinenstift für Mädchen in Stuttgart. 1855 Hofrat. 1856 Professor. 1873 Trennung von seiner Frau. Zurückgezogenes Leben in Stuttgart.
Das Stuttgarter Hutzelmännlein, Erstdruck: Stuttgart 1853.
Mozart auf der Reise nach Prag, Erstdruck in: Morgenblatt für gebildete Stände, Nr. 30-33, Stuttgart 1855.
Weitere wichtige Werke (neben der Lyrik): Maler Nolten R. 1832 - Der Schatz M. 1836 - Idylle vom Bodensee G. 1846. - Gedichtübersetzungen, vor allem aus antiken Sprachen.
Adolf Muschg
In der meist gesellschaftskritischen Prosa des Schweizer Schriftstellers, zumal in seinen Erzählungen, beglaubigen sich Psychologie und Milieuschilderung gegenseitig. In seinen besten Geschichten verbindet sich eine erstaunliche Kunstfertigkeit mit ungewöhnlich geläufiger Formulierfähigkeit. Seine Prosa kann melodiös und zugleich diszipliniert sein, anmutig und doch nicht kokett. Seine Prosa ist nachdenklich, seine Betrachtungsweise empfindsam-ironisch.
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Adolf Muschg wurde am 13. Mai 1934 in Zollikon bei Zürich geboren, lebt in Männedorf bei Zürich.
1953-59 Studium der Germanistik, Anglistik und Psychologie in Zürich und Cambridge. 1959-62 Deutschlehrer. Daneben Funkredakteur. 1962-64 Lektor für Deutsch in Tokio. 1964-67 Assistent an der Universität Göttingen. 1967-70 Lehrtätigkeit in Zürich, New York und Genf. 1970-99 Professor für Germanistik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich. 1979/80 Gastdozent für Poetik an der Universität in Frankfurt am Main. 1994 Georg-Büchner-Preis.
Der Ring, Erstdruck in: Fremdkörper. Erzählungen, Zürich 1968.
Der Zusenn oder das Heimat, Erstdruck in: Liebesgeschichten, Frankfurt am Main 1972.
Weitere wichtige Werke: Gegenzauber R. 1967 - Albissers Grund R. 1974 - G. Keller B. 1977 - Baiyun R. 1980 - Literatur als Therapie Es. 1981 - Leib und Leben En. 1982 - Goethe als Emigrant Ess. 1986 - Der Turmhahn En. 1987 - Der Rote Ritter R. 1993 - Sutters Glück R. 2001 - Das gefangene Lächeln E. 2002.
Robert Musil
In seiner Prosa werden dank kühler und nüchterner Darstellung psychologische Einsichten, gesellschaftskritische Akzente und gleichnishafte Situationen suggestiv beglaubigt. In dem frühen Roman Die Verwirrungen des Zöglings Törleß wird gezeigt, wie Intellektualität zum Sadismus führen kann und der Ästhetizismus zum Terror. Auch die Entfremdung und Einsamkeit des Intellektuellen in der bürgerlichen Gesellschaft ist in der Geschichte des Zöglings Törleß vorgeprägt. Ein Querschnitt der österreichischen Gesellschaft unmittelbar vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs ist in dem umstrittenen, unvollendeten Roman Der Mann ohne Eigenschaften angestrebt.
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Robert Edler von Musil wurde am 6. November 1880 in Klagenfurt geboren und starb am 15. April 1942 in Genf.
Maschinenbaustudium in Brünn. 1901 Ingenieur. 1902/03 Assistent an der Technischen Hochschule Stuttgart. Bis 1908 Studium der Philosophie, Psychologie und Mathematik in Berlin. 1911-14 Bibliothekar der Technischen Hochschule Wien. 1914 Redakteur der ›Neuen Rundschau‹. Im Ersten Weltkrieg bis 1916 österreichischer Hauptmann an der Italienfront, dann Herausgeber einer Soldatenzeitung. 1918/19 Chef des Bildungsamtes im Heeresministerium. Bis 1922 Beamter, dann freier Schriftsteller. 1931-33 wieder in Berlin, dann in Wien. Theaterkritiker für die ›Prager Presse‹, den ›Wiener Morgen‹ und den ›Tag‹. 1938 Emigration über Italien nach Zürich, dann nach Genf.
Das verzauberte Haus, Erstdruck in: Hyperion, Eine Zweimonatsschrift, München 1908.
Tonka, Erstdruck in: Drei Frauen, Berlin 1924.
Weitere wichtige Werke: Die Verwirrungen des Zöglings Törleß R. 1906 - Der Mann ohne Eigenschaften R. 1939-42.
Hans Erich Nossack
Dieser eigenwillige Romancier und Novellist war ein programmatischer Einzelgänger des deutschen Romans seiner Epoche und ein konsequenter Außenseiter des literarischen Lebens. Seinen Romanen und Erzählungen haftet etwas Wunderliches und Geheimnisvolles an. In ihnen fällt die Vorliebe für Sagen und Legenden auf, die Schwäche für gewichtige Symbole und archaische Mythen und der Hang zum Allegorischen und Utopischen.
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Hans Erich Nossack wurde am 31. Januar 1901 in Hamburg geboren und starb dort am 2. November 1977.
Bis 1922 Philosophie- und Jurastudium in Jena. Arbeitete als Fabrikarbeiter, kaufmännischer Angestellter und Journalist. 1933 Eintritt in die Importfirma seines Vaters. Verbot seiner Schriften im ›Dritten Reich‹. 1952 Übersiedlung nach Darmstadt. Ab 1956 freier Schriftsteller in Aystetten bei Augsburg. 1961 Georg-Büchner-Preis. 1962 in Darmstadt. 1965 in Frankfurt. 1967/68 Gastdozent für Poetik an der Universität in Frankfurt am Main. Ab 1969 in Hamburg.
Der Untergang, erste Buchausgabe: Hamburg 1948.
Weitere wichtige Werke: Nekyia E. 1947 - Spirale R. 1956 - Nach dem letzten Aufstand R. 1961 - Die gestohlene Melodie R. 1972 - Bereitschaftsdienst R. 1973 - Ein glücklicher Mensch R. 1975.
Jean Paul
Er war ein skurriler Mensch, ein Träumer und Phantast, ein eigenwilliger Humorist, ein Kauz und Sonderling, ein Idylliker, ein extravaganter Stilist, er war ein Schriftsteller, der die Kategorien der Literaturgeschichte sprengt, der sich also schwer oder überhaupt nicht einordnen läßt. So sind denn auch die Helden seiner Romane: Individuen, die es schwer haben, ihren Platz im Leben zu finden, und deren Seelenleben von der verblüffenden Menschenkenntnis des Autors zeugt.
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Jean Paul (Johann Paul Friedrich Richter) wurde am 21. März 1763 in Wunsiedel im Fichtelgebirge geboren und starb am 14. November 1825 in Bayreuth.
1781-84 Studium der Theologie, später der Philosophie in Leipzig. Lebte 1784-86 bei seiner Mutter in Hof, dann als Hauslehrer auf Schloß Töpen bei Hof. Gründete 1790 eine Elementarschule in Schwarzenbach, die er bis 1794 leitete. 1797 Übersiedlung nach Leipzig. Lebte 1798-1800 auf Einladung der Charlotte von Kalb in Weimar. Freundschaft mit Johann Gottfried Herder. 1799 Ernennung zum Herzoglichen Legationsrat. 1800 Übersiedlung nach Berlin. 1801 Heirat mit Karoline Mayer, mit der er bis 1803 in Meiningen lebte. Ab 1804 ständiger Wohnort in Bayreuth. 1824 Erblindung.
Des Feldpredigers Schmelzle Reise nach Flätz mit fortgehenden Noten; nebst der Beichte des Teufels bei einem Staatsmanne, Erstdruck: Tübingen 1809.
Weitere wichtige Werke: Auswahl aus des Teufels Papieren R. 1789 - Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wuz E. 1790 - Die unsichtbare Loge R. 1793 - Hesperus R. 1795 - Siebenkäs R. 1796/97 - Leben des Quintus Fixlein R. 1796 - Titan R. 1800-03 - Flegeljahre R. 1804/05 - Vorschule der Ästhetik Abh. 1804 - Dr. Katzenbergers Badereise R. 1809 - Leben Fibels R. 1812 - Der Komet R. 1820-22.
Ulrich Plenzdorf
Ein routinierter und dennoch origineller Filmautor und Erzähler, der mit auffallendem Gespür für literarische und filmische Effekte die Konflikte der jungen Generation in der DDR darstellt und deren Kampf um die Selbstverwirklichung. In vielen Dialogen und inneren Monologen fällt die besondere Empfindlichkeit für die Sprache des Alltags auf.
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Ulrich Plenzdorf wurde am 26. Oktober 1934 in Berlin geboren, lebt dort.
1954/55 Philosophiestudium in Leipzig. 1955-58 Bühnenarbeiter bei der DEFA. 1959-63 Studium der Dramaturgie an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg. Ab 1963 Szenarist bei der DEFA. Arbeitete als Drehbuchautor, u. a. für die Fernsehserie »Liebling Kreuzberg«.
kein runter kein fern, Erstdruck: Frankfurt am Main 1984.
Weitere wichtige Werke: Die neuen Leiden des jungen W. R. 1973 - Die Legende von Paul und Paula Drehb. 1974 - Zeit der Wölfe/Ein Tag länger als ein Leben Dr. 1990 - Vater, Mutter, Mörderkind Dr. 1994.
Christoph Ransmayr
Ein Erzähler, dem es Scharfsinn, eine ungewöhnliche Phantasie und viel Humor ermöglichen, historische Fakten und Dokumente auf überzeugende, ja geradezu virtuose Weise mit Fiktivem zu verbinden. Sein Talent beeindruckt am stärksten in dem Ovid-Roman Die letzte Welt, bewährt sich jedoch auch in Prosastücken, die zwischen Erzählung und Reportage schwanken.
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Christoph Ransmayr wurde am 20. März 1954 in Wels in Oberösterreich geboren, lebt in Wien.
1972-78 Studium der Philosophie und Ethnologie in Wien. 1978-82 Kulturredakteur der Monatszeitschrift ›Extrablatt‹. Mitarbeiter bei ›Merian‹ und ›GEO‹. Ab 1982 freier Schriftsteller in Wien.
Przemysl, Erstdruck in: Im blinden Winkel, Wien/München 1985.
Weitere wichtige Werke: Die Schrecken des Eises und der Finsternis R. 1984 - Die letzte Welt R. 1988 - Morbus Kitahara R. 1995 - Der Weg nach Surabaya Rep. 1997.
Rainer Maria Rilke
Generationen deutscher Leser galt er als die Verkörperung des Poetischen. In zahlreichen seiner Verse hat er ausgedrückt, was unaussprechbar schien: Seine Dichtung ist ein Triumph im Kampf gegen das Unsagbare. Er vermochte der deutschen Sprache Töne abzugewinnen und der deutschen Lyrik Bereiche zu erschließen, deren Existenz niemand geahnt hatte. Auch der deutschen Prosa hat er, zumal mit dem Tagebuchroman Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge, neue Wege gewiesen.
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Rainer (eig. René) Maria Rilke wurde am 4. Dezember 1875 in Prag geboren und starb am 29. Dezember 1926 in Val Mont bei Montreux.
Ab 1895 Studium der Kunst- und Literaturgeschichte in Prag. 1897-99 in München und Berlin. Freundschaft mit Lou Andreas-Salomé. 1899-1900 Reisen nach Italien und Rußland. Begegnung mit Tolstoj. 1900 Übersiedlung nach Worpswede. 1901 Heirat mit der Bildhauerin Clara Westhoff. 1902 Auflösung der Ehe. Ab 1905 in Paris. Bis 1906 Privatsekretär von Auguste Rodin. 1910-13 Reisen nach Nordafrika, Italien und Spanien. Während des Ersten Weltkriegs in München. Ab 1918 in der Schweiz.
Die Turnstunde, Erstdruck in: Die Zukunft, Jg. 10, Nr. 18, Berlin 1902.
Weitere wichtige Werke: Mir zur Feier G. 1899 - Vom lieben Gott und Anderes En. 1900 - Das Buch der Bilder G. 1902 - Worpswede Schr. 1903 - Das Stunden-Buch G. 1905 - Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke 1906 - Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge R. 1910 - Duineser Elegien 1923 - Sonette an Orpheus 1923.
Joseph Roth
Er liebte die Anmut mehr als den Tiefgang. Er hatte Charme genug, um auf die Gewichtigkeit verzichten zu können. Leicht gab sich seine Weisheit, gelassen und heiter. Doch hinter seiner Leichtigkeit verbarg sich Gram. Er verstand sich auf die österreichische Kunst, die Einsicht in das Elend und die Vergänglichkeit des Daseins in bestrickend freundlicher Form zu bieten und noch aus dem Lebensüberdruß wahre Meisterwerke der Liebenswürdigkeit zu schaffen.
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Joseph Roth wurde am 2. September 1894 in Schwabendorf bei Brody in Ostgalizien geboren und starb am 27. Mai 1939 in Paris.
Studium der Philosophie und deutschen Literatur in Lemberg und Wien. Im Ersten Weltkrieg Offizier der österreichisch-ungarischen Armee. 1918/21 Journalist in Wien und Berlin. 1923-32 Korrespondent der ›Frankfurter Zeitung‹. 1933 Emigration nach Wien, Salzburg, Marseille, Nizza und Paris, wo er bis zu seinem Tod vorwiegend lebte.
April, Erstdruck: Berlin 1925.
Stationschef Fallmerayer, Erstdruck in: Novellen deutscher Dichter, hg. v. Hermann Kesten, Amsterdam 1933.
Die Legende vom heiligen Trinker, Erstdruck: Amsterdam 1939.
Weitere wichtige Werke: Juden auf Wanderschaft Ess. 1927 - Rechts und Links R. 1929 - Hiob R. 1930 - Radetzkymarsch R. 1932 - Der Antichrist R. 1934 - Die hundert Tage R. 1936 - Das falsche Gewicht R. 1937 - Die Kapuzinergruft R. 1938.
Fotos: Isolde Ohlbaum (Adolf Muschg)
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