Der Kanon Die deutsche Literatur






Ferdinand von Saar

Ein elegischer Novellist, der alle gesellschaftlichen Schichten der Donaumonarchie in seiner Epoche kritisch, doch nicht lieblos darstellte. Er charakterisierte sich selber als Übergangsfigur zwischen der Klassik und der Moderne, also etwa zwischen Grillparzer und Schnitzler, zwischen Stifter und Hofmannsthal.
MRR

Ferdinand von Saar wurde am 30. September 1833 in Wien geboren und starb am 24. Juli 1906 in Döbling bei Wien.
1849 Kadett in der kaiserlichen Armee. 1854 Offizier. 1859 Teilnahme am italienischen Feldzug, dann Austritt aus der Armee. Ab 1859 freier Schriftsteller in Wien und Döbling. 1873 Romreise. 1881 Heirat mit Marie Lederer. Lebte in Wien und auf den mährischen Schlössern Blausko und Raitz. 1906 Selbstmord wegen schwerer Krankheit.

Schloß Kostenitz, Erstdruck: Heidelberg 1893.

Weitere wichtige Werke: Requiem der Liebe Nn. 1895 - Herbstreigen Nn. 1897 - Tragik des Lebens Nn. 1906.

 

Gustav Sack

Man hat diesen Erzähler, Lyriker und Dramatiker dem Frühexpressionismus zugerechnet. Aber wir kennen von ihm nur das Frühwerk, in dem er oft - und bisweilen mit erstaunlicher Eindringlichkeit - die Triebhaftigkeit des Menschen behandelt.
MRR

Gustav Sack wurde am 28. Oktober 1885 in Schermbeck bei Wesel geboren und starb am 5. Dezember 1916 in Finta Mare bei Bukarest.
1906-10 Germanistikstudium u. a. in Greifswald, Münster und Halle. 1911 in Rostock. 1913 Fortsetzung des Studiums in München. 1914 Soldat an verschiedenen Fronten, zuletzt in Rumänien. 1916 als Leutnant schwer verwundet.

Im Heu, erste Buchausgabe: Gesammelte Werke in zwei Bänden, Berlin 1920.

Weitere wichtige Werke (neben der Lyrik): Ein verbummelter Student R. 1917 - Ein Namenloser R. 1919.

 

Hans Joachim Schädlich

Die Skizzen, Genrebilder und Kurzgeschichten dieses in der DDR aufgewachsenen Autors sind immer auch Parabeln, geschrieben von einem Sprachkünstler und einem Sprachforscher, die sich gegenseitig kontrollieren und ergänzen. Seine monologischen Geschichten sind Versuche der Selbstverteidigung und der Selbstbehauptung. Im Mittelpunkt auch seiner Romane steht die Wechselbeziehung zwischen dem Individuum und dem Staat, die Frage nach dem Verhältnis von Geist und Macht.
MRR

Hans Joachim Schädlich wurde am 8. Oktober 1935 in Reichenbach im Vogtland geboren, lebt in Berlin.
Germanistikstudium in Berlin und Leipzig. 1959-76 Mitarbeiter der Ost-Berliner Akademie der Wissenschaft. 1976 Mitunterzeichner der Petition gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann. 1977 Ausreise aus der DDR. Ab 1979 freier Schriftsteller in West-Berlin.

Besuch des Kaisers von Rußland bei dem Kaiser von Deutschland, Erstdruck in: Versuchte Nähe, Hamburg 1977.

Weitere wichtige Werke: Tallhover R. 1986 - Ostwestberlin Prosa 1987 - Schott R. 1992 - Trivialroman 1998.

 

Friedrich Schiller

Das Dramatische war sein Element. Das gilt zunächst und vor allem für seine Bühnenwerke von den Räubern bis zum Wilhelm Tell, die noch heute gespielt werden, das gilt für seine Balladen, unter denen sich die schönsten in deutscher Sprache finden, das gilt auch für seine historischen Schriften, die nichts von ihrer Leuchtkraft eingebüßt haben. Und seine Erzählungen, denen er selber - zu Unrecht - keine große Bedeutung beigemessen hat? Auch sie, gerade sie stammen aus der Feder nicht nur eines ergreifenden Menschenkenners, sondern eben auch eines Dramatikers.
MRR

Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren und starb am 9. Mai 1805 in Weimar.
1774-80 Jura-, später Medizinstudium in Ludwigsburg. Arbeitete dann als Militärarzt. 1782 wegen der Räuber Flucht nach Mannheim. 1785 Übersiedlung nach Dresden. 1789 Geschichtsprofessur in Jena. Beginn der Freundschaft mit Wilhelm von Humboldt. 1790 Heirat mit Charlotte von Lengefeld. 1793 Geburt des Sohnes Karl Friedrich. Bekanntschaft mit Friedrich Hölderlin. Übersiedlung nach Ludwigsburg. Schwere Krankheitsanfälle in den nächsten Jahren. Ab 1794 Freundschaft mit Goethe. 1796 Geburt von Sohn Ernst Friedrich Wilhelm. 1797 Zusammenarbeit mit Goethe an den Xenien und dem ›Musen-Almanach für das Jahr 1798‹. Ab 1802 ständiger Wohnsitz in Weimar.

Der Verbrecher aus verlorener Ehre. Eine wahre Geschichte, Erstdruck in: Thalia, 1, H. 2, Leipzig 1786 [u. d. T. Verbrecher aus Infamie, eine wahre Geschichte]; überarbeitet in: Kleinere prosaische Schriften, Bd. 1, Leipzig 1792.

Weitere wichtige Werke (neben der Lyrik): Die Räuber Dr. 1781 - Die Verschwörung des Fiesco zu Genua Dr. 1783 - Kabale und Liebe Dr. 1784 - Don Carlos Dr. 1787 - Der Geisterseher E. 1789 - Geschichte des Dreißigjährigen Kriegs Abh.1792 - Wallenstein Dr. 1798/99 - Die Jungfrau von Orleans Dr. 1801.

 

Arno Schmidt

Ein Erzähler und Essayist, der ein systematischer, ein besessener Materialsammler war, der über große Detailkenntnisse verfügte. Erstaunlich war sein Vertrauen zu der Macht der Zahlen, Daten und Tabellen. Von den exakten Wissenschaften erhoffte er sich eine geradezu rettende Funktion, er glaubte an die Erlösung durch Mathematik. Dieser Fanatismus verbindet sich in seinem Werk mit poetischem Furor und hoher Reizbarkeit für Slang und Jargon, für Dialektausdrücke und Idiome des Alltags. Der Positivist ist zugleich und insgeheim ein Idylliker, dessen poetisch-schnoddrige Prosabücher Elemente einer künstlerischen Gegenwelt enthalten.
MRR

Arno Schmidt wurde am 18. Januar 1914 in Hamburg geboren und starb am 3. Juni 1979 in Celle.
1933 Studium der Mathematik und Astronomie in Breslau; Abbruch aus politischen Gründen. Ab 1934 kaufmännischer Angestellter in Greiffenberg. 1937 Heirat mit Alice Muraski. 1945 englische Kriegsgefangenschaft in einem Lager bei Brüssel. 1946-50 in Cordingen in der Lüneburger Heide. Arbeitete als Englisch-Dolmetscher an der Polizeischule Benefeld. Ab 1947 freier Schriftsteller. 1951 Übersiedlung nach Kastel an der Saar. Ab 1958 ständiger Wohnsitz in Bargfeld im Kreis Celle.

Seelandschaft mit Pocahontas, Erstdruck in: Texte und Zeichen, H. 1, Darmstadt/Berlin/Neuwied 1955.
Die Umsiedler, erste Buchausgabe: Frankfurt am Main 1953.

Weitere wichtige Werke: Leviathan En. 1949 - Brand’s Haide En. 1951 - Das steinerne Herz R. 1956 - Die Gelehrtenrepublik R. 1957 - Kaff auch Mare crisium R. 1960 - Belphegor Ess. 1961 - Kühe in Halbtrauer En. 1964 - Zettels Traum R. 1970 - Nachrichten von Büchern und Menschen Ess. 1971 - Die Schule der Atheisten E. 1972 - Abend mit Goldrand R. 1975.

 

Arthur Schnitzler

Er war als Dramatiker ebenso wie als Erzähler ein Meister der intimen psychologischen Analyse und der poetisch-anschaulichen Milieuschilderung. Die mild-ironischen Szenen seines Anatol-Zyklus und das lyrische Volksstück Liebelei, eine stille und zarte Romanze, drücken das Lebensgefühl einer ganzen Generation aus. Mit dem Einakter Der grüne Kakadu und mit der Novelle Leutnant Gustl demonstrierte er überraschende Möglichkeiten des Dramas und der erzählenden Prosa und lenkte damit die deutsche Dichtung auf neue Bahnen.
MRR

Arthur Schnitzler wurde am 15. Mai 1862 in Wien geboren und starb dort am 21. Oktober 1931.
1879-85 Medizinstudium in Wien. Ab 1885 Arzt an der Polyklinik und später der Psychiatrie in Wien. 1890 Bekanntschaft mit der Gruppe ›Junges Wien‹, mit Hugo von Hofmannsthal und anderen. 1893 Eröffnung einer Privatpraxis. 1895 Treffen mit Sigmund Freud. 1898 Reise durch Österreich, Schweiz und Italien. 1902 Heirat mit Olga Gussmann. Lebte als freier Schriftsteller in Wien.

Sterben, Erstdruck in: Neue Rundschau, Jg. 5, Berlin 1894.
Der Ehrentag, Erstdruck in: Die Romanwelt, Jg. 5, Bd. 1, H. 16, Berlin 1897.
Leutnant Gustl, Erstdruck in: Neue Freie Presse, Wien 1900.
Der Tod des Junggesellen, Erstdruck in: Österreichische Rundschau, Bd. 15, H. 1, Wien 1908.
Fräulein Else, Erstdruck in: Neue Rundschau, Jg. 25, H. 10, Berlin 1914.
Spiel im Morgengrauen, Erstdruck in: Berliner Illustrirte Zeitung, Nr. 35/36, 1926/27.

Weitere wichtige Werke: Anatol Dr. 1893 - Liebelei Dr. 1896 - Reigen Dr. 1900 - Der Weg ins Freie R. 1908 - Professor Bernhardi Dr. 1912 - Traumnovelle 1926 - Der Geist im Wort und der Geist in der Tat Ess. 1927.

 

Wolfdietrich Schnurre

Er schrieb zeitkritische Geschichten, die in der knappen Situationsschilderung die Anklage enthielten und in der sachlichen Feststellung den Protestschrei. Er zeigte das hilflose, das umhergetriebene und gemarterte Individuum inmitten einer frostigen und feindlichen Umwelt. Seine Helden sind die Leidtragenden: verwundete und sterbende Soldaten, Halbwüchsige, die in den Krieg ausziehen müssen, Flüchtlinge, die ihr Kind verhungern lassen, deutsche Kriegsgefangene, die durch die russische Steppe irren.
MRR

Wolfdietrich Schnurre wurde am 22. August 1920 in Frankfurt am Main geboren und starb am 9. Juni 1989 in Kiel.
Soldat im Zweiten Weltkrieg. Ab 1946 in Berlin. 1946-49 Film- und Theaterkritiker der ›Deutschen Rundschau‹. 1947 zusammen mit Hans Werner Richter und Alfred Andersch Mitbegründer der ›Gruppe 47‹ (Mitglied bis 1951). Ab 1950 freier Schriftsteller in Berlin. 1966 Heirat mit Marina Kamin. 1983 Georg-Büchner-Preis.

Das Manöver, Erstdruck in: Deutsche Rundschau, H. 12, Berlin 1952.

Weitere wichtige Werke (neben der Lyrik): Sternstaub und Sänfte Sat. 1953 - Als Vaters Bart noch rot war R. 1958 - Der wahre Noah E. 1974 - Zigeunerballade E. 1975 - Der Schattenfotograf Aufz. 1978.

 

Anna Seghers

Dieser Erzählerin, deren Leben und Werk von kommunistischen Idealen geprägt wurden, verdanken wir den bedeutendsten Roman, den eine Frau in deutscher Sprache geschrieben hat: Das siebte Kreuz, die im Exil entstandene Geschichte einer gelungenen Flucht aus einem Konzentrationslager. Der Roman ist kein politisches Kampfbuch und nicht etwa ein Rachegesang, sondern ein Buch der Barmherzigkeit und der Nächstenliebe, verfaßt von einer Dichterin der Angst und des Schreckens.
MRR

Anna Seghers (eig. Netty Reiling) wurde am 19. November 1900 in Mainz geboren und starb am 1. Juni 1983 in Ost-Berlin.
Ab 1918 Studium der Geschichte, Kunstgeschichte und Sinologie in Heidelberg. 1925 Heirat mit dem ungarischen Schriftsteller Laszlo Radvanyi. 1928 Mitglied der KPD. 1929 Mitglied im ›Bund Proletarisch-Revolutionärer Schriftsteller‹. 1933 Emigration nach Frankreich. 1934 Reise nach Wien. 1940 Flucht in das unbesetzte Frankreich. 1941 in Mexiko. 1947 Rückkehr nach Ost-Berlin. Georg-Büchner-Preis. Vizepräsidentin des ›Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands‹. 1952-78 Vorsitzende des DDR-Schriftstellerverbandes.

Der Ausflug der toten Mädchen, Post ins Gelobte Land, Erstdruck: Der Ausflug der toten Mädchen und andere Geschichten, New York 1946.
Bauern von Hruschowo, erste Buchausgabe: Auf dem Weg zur amerikanischen Botschaft und andere Erzählungen, Berlin 1930.

Weitere wichtige Werke: Der Aufstand der Fischer von St. Barbara E. 1928 - Die Rettung R. 1937 - Das siebte Kreuz R. 1942 - Die Hochzeit von Haiti Nn. 1949 - Die Entscheidung R. 1959 - Karibische Geschichten 1962 - Das Argonautenschiff E. 1978.

 

Adalbert Stifter

Die meist zarte, ja pastellartige Prosa dieses großen Stilisten zeugt von schriftstellerischer Disziplin und sensibler Beobachtungsgabe. Im Mittelpunkt steht ein sich immer wieder wandelnder Dialog - zwischen dem Menschen und der Natur, die, virtuos geschildert, meist als fremd und drohend empfunden wird. Ihre Höhepunkte erreicht diese Prosa in poetischen Stimmungsbildern.
MRR

Adalbert Stifter wurde am 23. Oktober 1805 Oberplan im Böhmerwald geboren und starb am 28. Januar 1868 in Linz an der Donau.
1826-30 Studium in Wien, zuerst Jura, dann Mathematik, Naturwissenschaften und Geschichte. Hauslehrer in Wiener Adelshäusern, u. a. bei Fürst Metternich. 1837 Heirat mit Amalie Mohaupt. Bekanntschaft u. a. mit Franz Grillparzer, Nikolaus Lenau. 1848 Übersiedlung nach Linz. Ab 1850 Schulrat und Inspektor der oberösterreichischen Volksschulen. 1865 Hofrat.

Turmalin, Erstdruck in: Libussa, Jahrbuch für 1852, Jg. 11, Prag/Leipzig 1852 [u. d. T. Der Pförtner im Herrenhause].

Weitere wichtige Werke: Studien En. 1844-50 - Bunte Steine En. 1853 - Der Nachsommer R. 1857 - Witiko R. 1865-67.

 

Theodor Storm

Seine Verse sind still und scheu, herb und herzlich, innig und innerlich, wehmütig, doch nicht wehleidig. In seiner kleinen Welt scheinen Sonne, Mond und Sterne, gewiß, nur bleibt ihr Licht gedämpft. Das Naturphänomen, das es ihm angetan hat, ist der Nebel, der undurchsichtige und unerbittliche, der reale und der symbolische. Seine novellistischen Elegien schämen sich des Provinziellen nicht, ihr Thema ist das bittere Los des Menschen, also die große Vergeblichkeit.
MRR

Theodor Storm wurde am 14. September 1817 in Husum bei Schleswig geboren und starb am 4. Juli 1888 in Hademarschen bei Holst.
1837-42 Jurastudium in Kiel. 1843 Advokat in Husum. 1846 Heirat mit seiner Cousine Konstanze Esmarch. 1852 aus politischen Gründen aus dem Amt entlassen. Als unbesoldeter Assessor im preußischen Staatsdienst in Potsdam. Begegnung mit Franz Kugler, Theodor Fontane, Joseph von Eichendorff und Paul Heyse. Ab 1856 Richter in Heiligenstadt. 1864 Landvogt in Husum. 1866 nach Tod der Ehefrau Heirat mit Dorothea Jensen. 1874 Oberamtsrichter. Ab 1879 Amtsgerichtsrat.

Immensee, Erstdruck in: Volksbuch für Schleswig, Holstein und Lüneburg, hg. v. K.-L. Biernatzki, Altona 1850.
Die Söhne des Senators, Erstdruck in: Deutsche Rundschau, H. 25, Berlin 1880.
Hans und Heinz Kirch, Erstdruck in: Westermann’s Monatshefte, H. 53, Braunschweig 1882.
Der Schimmelreiter, Erstdruck in: Deutsche Rundschau, H. 55, Berlin 1888.

Weitere wichtige Werke (neben der Lyrik): Viola Tricolor N. 1874 - Pole Poppenspäler N. 1875 - Aquis submersus N. 1877 - Carsten Curator N. 1878.

 

Botho Strauß

Dramatiker, Erzähler und Essayist, der Formulierfähigkeit mit Sensibilität für Psychologisches und mit exakter Beobachtung von Alltäglichkeiten verbindet und makabren Humor mit Sinn für symbolkräftige Details. Als Kritiker und Chronist der bundesdeutschen Gesellschaft entlarvt er das sinnentleerte Leben. Eines der Leitmotive seines kulturpessimistischen Werks ist die Desillusionierung. Er bietet oft bizarre Visionen und allegorische Elemente, er greift auf alte Mythen zurück und bemüht sich um neue Mythen, um ein zeitgemäßes Pandämonium.
MRR

Botho Strauß wurde am 2. Dezember 1944 in Naumburg geboren, lebt in Grünheide in der Nähe von Berlin.
Studium der Theaterwissenschaft, Germanistik und Soziologie in Köln und München. 1967-70 Redakteur bei der Zeitschrift ›Theater heute‹. 1970/71 Dramaturg an der Berliner ›Schaubühne‹. 1989 Georg-Büchner-Preis.

Die Widmung, Erstdruck: München 1977.

Weitere wichtige Werke: Bekannte Gesichter, gemischte Gefühle Dr. 1974 - Trilogie des Wiedersehens Dr. 1976 - Groß und klein Dr. 1978 - Rumor R. 1980 - Paare Passanten En. 1981 - Das Partikular E. 2000 - Die Nacht mit Alice, als Julia ums Haus schlich E. 2003.

 

Ludwig Tieck

Unter den Romantikern war er der vielseitigste und produktivste. Er betätigte sich erfolgreich als Romancier, Dramatiker, Märchendichter und Novellist und nicht zuletzt als äußerst verdienstvoller Herausgeber und Übersetzer. Im Zentrum seiner ironischen, anmutigen und phantasievollen erzählenden Schriften stehen das Wunderbare und das Unheimliche.
MRR

Ludwig Tieck wurde am 31. Mai 1773 in Berlin geboren und starb dort am 28. April 1853.
1792 Studium der Theologie und Philologie in Halle. 1792-94 Studium der Geschichte und englischen Literatur in Göttingen. 1797 Übersiedlung nach Berlin. Bekanntschaft mit Friedrich Nicolai. 1798 Heirat mit Amalie Alberti. 1799 in Jena im Kreis der Frühromantiker. Begegnung mit Friedrich Schiller und Johann Wolfgang Goethe. Lebte 1803 auf Schloß Ziebingen bei Frankfurt an der Oder. 1804/05 Italienreise. 1817 Reise nach Frankreich und England. Ab 1825 Hofrat und Dramaturg des Dresdner Hoftheaters. 1837 Tod der Ehefrau. 1841 Ruf nach Berlin als Vorleser des Königs, stieg dann zum Geheimen Hofrat und Berater der Königlichen Schauspiele auf.

Des Lebens Überfluß, Erstdruck in: Urania. Taschenbuch auf das Jahr 1839, Leipzig 1838.

Weitere wichtige Werke (neben der Lyrik): William Lovell R. 1795 - Der gestiefelte Kater Msp. 1797 - Franz Sternbalds Wanderungen R. 1798 - Der Aufruhr in den Cevennen N. 1826 - Der junge Tischlermeister N. 1836 - Vittoria Accorombona R. 1840 - Übersetzungen von Shakespeare, Cervantes u. a.

 

Kurt Tucholsky

Er, der größte Feuilletonist des zwanzigsten Jahrhunderts, war vor allem ein Meister der Sprache. Er verband Klarheit und Prägnanz mit größter, gelegentlich etwas koketter Natürlichkeit. In der Nachfolge der Naturalisten vermochte er die Alltagssprache vieler Volksschichten, verschiedene Dialekte und Jargons einzufangen und wiederzugeben. Er schuf Niederschriften von Tonbandaufnahmen, obwohl es noch keine Tonbandgeräte gab. Er war ein Kleinkunsttalent des größten Formats. Er hat nicht die Welt verändert, doch immerhin die deutsche Presse.
MRR

Kurt Tucholsky wurde am 9. Januar 1890 in Berlin geboren und starb am 21. Dezember 1935 in Hindås bei Göteborg/Schweden.
Jurastudium in Berlin, Jena und Genf. Ab 1913 Mitarbeiter der ›Schaubühne‹ (später ›Weltbühne‹). Im Ersten Weltkrieg im Schipper-Bataillon. 1923 Bankvolontär in Berlin. 1924 Korrespondent in Paris. 1926 Herausgeber der ›Weltbühne‹. Mitarbeiter von Carl von Ossietzky. 1929 Emigration nach Schweden. 1933 Ausbürgerung. 1935 Selbstmord.

Rheinsberg, Erstdruck: Berlin 1912.

Weitere wichtige Werke (neben der Lyrik): Ein Pyrenäenbuch Reiseb. 1927 - Das Lächeln der Mona Lisa Feuill. 1929 - Schloß Gripsholm R. 1931.

 

Fotos: Max Ehlert (Arno Schmidt)
Weitere Nachweise über das Bildarchiv des Suhrkamp Verlags.


zum Seitenanfang