Band 2
Leopold von Ranke bis Rosa Luxemburg
zu den Biographien
Leopold von Ranke
Die großen Mächte. Fragment historischer Ansichten
Heinrich Heine
Verschiedenartige Geschichtsauffassung
Vorrede zum ersten Band des Salon
Über den Denunzianten. Eine Vorrede zum dritten Teil des Salons
Geständnisse
Christian Dietrich Grabbe
Ueber die Shakspearo-Manie
Etwas über den Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe
Georg Gottfried Gervinus
Aus der Geschichte der poetischen Nationalliteratur der Deutschen. Einleitung
Robert Schumann
Die C-Dur-Sinfonie von Franz Schubert
Neue Bahnen
Karl Gutzkow
Nachruf auf Georg Büchner
Franz Liszt
Webers "Euryanthe"
Richard Wagner
Über Meyerbeers "Hugenotten"
Über die Ouvertüre
Über die Benennung "Musikdrama"
Georg Büchner
Der Hessische Landbote
Otto von Bismarck
Setzen wir Deutschland in den Sattel
Georg Herwegh
Ein Verschollener
Theodor Mommsen
Auch ein Wort über unser Judentum
Karl Marx
Thesen über Feuerbach
Karl Marx/Friedrich Engels
Manifest der Kommunistischen Partei
Jacob Burckhardt
Über Glück und Unglück in der Weltgeschichte
Theodor Fontane
Ibsen · Gespenster. Noch einmal Ibsen und seine "Gespenster"
Ibsen · Die Wildente
Hauptmann · Vor Sonnenaufgang. 1. Besprechung und 2. Besprechung
Rudolf Virchow
Gegen den Antisemitismus
Eduard Hanslick
Dritte Symphonie (d-moll) von Bruckner
Johann Strauß
August Bebel
Gegen einen Bund, durch den Deutschland zu einer Kaserne wird
Friedrich Nietzsche
Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne
Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben
Der Fall Wagner. Ein Musikanten-Problem
Sigmund Freud
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Einleitung
Das Motiv der Kästchenwahl
Hugo Wolf
Brahms: Vierte Symphonie
Theodor Herzl
Der Judenstaat. Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage
Arthur Schnitzler
Tageswirren, Gang der Zeit
Max Weber
Wissenschaft als Beruf
Heinrich Wölfflin
Zur Interpretation von Dürers "Melancholie"
Julius Meier-Graefe
Zwischen Tizian und Rembrandt
Alfred Kerr
Ibsen. Gedenkrede
Einleitung zu den gesammelten Schriften
Rosa Luxemburg
Der Politische Massenstreik
Die Biographien der Autoren dieses Bandes
Leopold von Ranke
Leopold von Ranke wurde am 21. Dezember 1795 in Wiehe/Unstrut geboren. Er starb am 23. Mai 1886 in Berlin.
Studium der Theologie und Philosophie in Leipzig. Ab 1818 Gymnasiallehrer in Frankfurt an der Oder. Ab 1825 außerordentlicher Professor in Berlin. 1841 Historiograph des preußischen Staates. 1833-36 Herausgabe der "Historisch-politischen Zeitschrift". 1834-71 ordentlicher Professor in Berlin. 1885 Ehrenbürger der Stadt Berlin.
Die großen Mächte. Fragment historischer Ansichten (Bd. 2, S. 11), Erstdruck in: Historisch-politische Zeitschrift, 1833-1836.
Heinrich Heine
Heinrich Heine wurde am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf geboren. Er starb am 17. Februar 1856 in Paris.
1819 Jurastudium in Bonn. 1821-23 Fortsetzung des Studiums in Berlin mit den zusätzlichen Fächern Philosophie und Literatur. Verkehr im Salon Rahel Varnhagens. 1824 Besuch bei Johann Wolfgang Goethe in Weimar. 1825 Übertritt zum Protestantismus. Nach der Promotion lebte er in Lüneburg und Hamburg. 1827 Reise nach London. 1828 Italienreise. 1831 Übersiedlung nach Paris. Korrespondent der "Allgemeinen Zeitung". Bekanntschaft u.a. mit Victor Hugo, Alexandre Dumas, George Sand und Honoré de Balzac. Anschluß an die Saint-Simonisten. 1835 Verbot seiner Schriften in Deutschland durch den Bundestagsbeschluß gegen das "Junge Deutschland". 1841 Heirat mit Créscence Eugenie Mirat.
Verschiedenartige Geschichtsauffassung (Bd. 2, S. 57), Entstehung: Anfang 1830. Erstdruck: A. Strodtmann, Letzte Gedichte und Gedanken von Heinrich Heine. Aus dem Nachlasse des Dichters zum ersten Male veröffentlicht, Hamburg 1869.
Vorrede zum ersten Band des Salon (Bd. 2, S. 60), Erstdruck in: Der Salon von Heinrich Heine, 1834.
Über den Denunzianten. Eine Vorrede zum dritten Teil des Salon (Bd. 2, S. 69), Erstdruck: Hamburg 1837.
Geständnisse (Bd. 2, S. 87), Erstdruck in: Revue des deux mondes, unter dem Titel "Aveux d´un poète", 1854.
Christian Dietrich Grabbe
Christian Dietrich Grabbe wurde am 11. Dezember 1801 in Detmold geboren. Er starb dort am 12. September 1836.
Ab 1820 Jurastudium in Leipzig mit einem Stipendium der Fürstin Pauline. 1822 Fortsetzung des Studiums in Berlin. Bekanntschaft u.a. mit Heinrich Heine. Ab 1824 Tätigkeit als Advokat in Lippe. 1828 Militärrichter in Lippe. 1831 Reise nach Frankfurt am Main, Rheinfahrt von Mainz nach Koblenz. 1833 Heirat mit Louise Christiane Clostermeier. 1834 auf eigenen Wunsch Entlassung aus dem Staatsdienst. 1835/36 Tätigkeit als Theaterkritiker.
Ueber die Shakspearo-Manie (Bd. 2, S. 145), Erstdruck: Dramatische Dichtungen von Grabbe. Nebst einer Abhandlung über die Shakspearo-Manie, Frankfurt am Main 1827.
Etwas über den Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe (Bd. 2, S. 173), Entstehung: 1830. Erstdruck: Werke in sechs Teilen, Berlin 1912.
Georg Gottfried Gervinus
Georg Gottfried Gervinus wurde am 20. Mai 1805 in Darmstadt geboren. Er starb am 18. März 1871 in Heidelberg.
Ab 1825 Philologiestudium in Gießen, dann Studium der Geschichte in Heidelberg. 1830 Habilitation, Privatdozent in Heidelberg. 1832 Italienreise. Ab 1835 außerordentlicher Professor in Heidelberg. 1836 Ruf nach Göttingen auf den Lehrstuhl für Geschichte und Literaturgeschichte. Im selben Jahr Heirat mit Viktoria Schelver. 1837 Teilnahme am Protest der "Göttinger Sieben" gegen den Verfassungsbruch des Königs von Hannover. 1838 Aufenthalt in Italien. 1839-44 Privatgelehrter in Heidelberg, dann Honorarprofessor. 1847/48 Redakteur der "Deutschen Zeitung". 1848/49 Aufenthalt in Italien.
Aus der Geschichte der poetischen Nationalliteratur der Deutschen. Einleitung (Bd. 2, S. 193), Erstdruck: Georg Gottfried Gervinus, Aus der Geschichte der Deutschen Nationalliteratur, Leipzig 1834.
Robert Schumann
Robert Schumann wurde am 8. Juni 1810 in Zwickau geboren. Er starb am 29. Juli 1856 in Endenich.
1828 Aufnahme des Jurastudiums in Leipzig. Klavierunterricht bei Friedrich Wieck. 1829 Studienjahr in Heidelberg. 1832 Fingerlähmung, Ende der Pianistenkarriere. Ab 1833 kompositorische Tätigkeit. 1834 Gründung der "Neuen Zeitschrift für Musik". 1840 Promotion zum Doktor der Philosophie, im selben Jahr Heirat mit Clara Wieck. 1843 Berufung an das Leipziger Konservatorium. 1844 Übersiedlung nach Dresden. Ab 1850 Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf. 1854 Halluzinationen und Selbstmordversuch, Einlieferung in eine Nervenheilanstalt in Endenich.
Die C-Dur-Sinfonie von Franz Schubert (Bd. 2, S. 212), Erstdruck in: Neue Zeitschrift für Musik, 1840.
Neue Bahnen (Bd. 2, S. 218), Erstdruck: Robert Schumann, Gesammelte Schriften, 1854.
Karl Gutzkow
Karl Ferdinand Gutzkow wurde am 17. März 1811 in Berlin geboren. Er starb am 16. Dezember 1878 in Frankfurt am Main.
Studium der Theologie in Berlin. 1831 Gründung der Zeitschrift "Forum der Journal-Litteratur". 1833 Reise nach Italien, dann in Leipzig Tätigkeit als Journalist. 1835 Veröffentlichung des Romans "Wally die Zweiflerin", daraufhin zwei Monate Haft, Druck- und Schreibverbot. Nach seiner Freilassung Heirat mit Amalie Klönne. Herausgabe der "Frankfurter Börsenzeitung". 1837 Übersiedlung nach Hamburg. 1842 Reise nach Paris, Bekanntschaft u.a. mit George Sand. 1852 Gründung der Zeitschrift "Unterhaltung am häuslichen Herd". 1862-64 Generalsekretär der Schillerstiftung in Weimar.
Nachruf auf Georg Büchner (Bd. 2, S. 220), Erstdruck in: Frankfurter Telegraph, 1837.
Franz Liszt
Franz Liszt wurde am 22. Oktober 1811 in Raiding geboren. Er starb am 31. Juli 1886 in Bayreuth.
Ab 1820 erste Klavierkonzerte. 1821 Übersiedlung nach Wien, Unterricht bei Carl Czerny und Antonio Salieri. 1823 Übersiedlung nach Paris, Studium der Kompositionstechnik bei Ferdinando Paer und Antonín Reicha. 1827 Tod des Vaters, Tätigkeit als Klavierlehrer. Reisen durch Europa mit Gräfin Marie d'Agoult, 1837 Geburt der Tochter Cosima, der späteren Frau Richard Wagners. Freundschaft mit George Sand. Konzerttourneen u.a. nach Wien, Prag, London und Berlin. 1844 Trennung von Marie d'Agoult. 1848- 1859 Hofkapellmeister in Weimar. 1861 Reise nach Rom, wo er 1865 die Weihe zum Abbé empfing.
Webers "Euryanthe" (Bd. 2, S. 233), Entstehung: 1854.
Richard Wagner
Wilhelm Richard Wagner wurde am 22. Mai 1813 in Leipzig geboren. Er starb am 13. Februar 1883 in Venedig.
Ab 1831 Studium bei dem Thomaskantor Christian Theodor Weinling. 1834-39 Chor- und Musikdirektor in Würzburg, Magdeburg, Königsberg und Riga. 1836 Heirat mit Minna Planer. 1839 Flucht vor seinen Gläubigern nach Paris. 1843 Ernennung zum königlichen Hofkapellmeister.1852 Scheidung von Minna Planer. 1860, nach einer Amnestie, Rückkehr nach Deutschland. 1869 Begegnung mit Nietzsche. 1870 Heirat mit Cosima von Bülow, der Tochter Franz Liszts. 1876 Eröffnung der ersten Bayreuther Festspiele. Richard Wagner starb während einer Italienreise an den Folgen eines Herzanfalls.
Über Meyerbeers "Hugenotten" (Bd. 2, S. 245), Entstehung: 1840. Erstdruck: Richard Wagner, Sämtliche Schriften und Dichtungen, Volksausgabe, Bd. 12, Leipzig: Breitkopf und Härtel 1911.
Über die Ouvertüre (Bd. 2, S. 255), Erstdruck in: unter dem Titel "De L´ouverture", Gazette, 1841.
Über die Benennung "Musikdrama" (Bd. 2, S. 269), Erstdruck in: Musikalisches Wochenblatt, 1872.
Georg Büchner
Georg Büchner wurde am 17. Oktober 1813 in Goddelau geboren. Er starb am 19. Februar 1837 in Zürich.
Ab 1831 Studium der Medizin und Naturwissenschaften in Straßburg, 1833 auch Geschichte und Philosophie in Gießen. 1834 Gründung der geheimen "Gesellschaft für Menschenrechte". Verfaßte zusammen mit Ludwig Weidig den "Hessischen Landboten". 1834 Übersiedlung nach Darmstadt. 1835 Flucht nach Straßburg. 1836 Habilitation zum Privatdozenten für vergleichende Anatomie in Zürich.
Der Hessische Landbote (Bd. 2, S. 276), Erstdruck: Der Hessische Landbote, 1834.
Otto von Bismarck
Otto von Bismarck wurde am 1. April 1815 in Schönhausen geboren. Er starb am 30. Juli 1898 in Friedrichsruh. Jurastudium in Göttingen und Berlin, danach Tätigkeit an Gerichten in Aachen und Berlin. Reisen durch Europa. 1846 Wahl zum stellvertretenden Abgeordneten in den sächsischen Provinziallandtag, dann Mitglied des Vereinigten Preußischen Landtags. 1847 Heirat mit Johanna von Puttkamer. Übersiedlung nach Berlin. 1851 Ernennung zum Bundestagsabgeordneten. Ab 1862 Gesandter in Paris. 1866 Attentat auf Bismarck, dieser entwaffnet den Attentäter. 1867 Ernennung zum Kanzler, 1871 zum Reichskanzler. 1881 Einführung der Kranken- und 1884 der Unfallversicherung durch Bismarck.
Setzen wir Deutschland in den Sattel (Bd. 2, S. 290), Rede, gehalten: Norddeutscher Reichstag, 11.3.1867.
Georg Herwegh
Georg Friedrich Rudolf Theodor Andreas Herwegh wurde am 31. Mai 1817 in Stuttgart geboren. Er starb am 7. April 1875 in Lichtental.
Ab 1837 Jurastudium in Tübingen. Im selben Jahr Abbruch des Studiums, Mitarbeit an August Lewalts Zeitschrift "Europa" in Stuttgart. 1839, um der Einberufung zu entgehen, Flucht nach Zürich. 1842 Reise nach Deutschland. Ausweisung aus Preußen wegen eines Protestbriefs an den preußischen König. 1844 Übersiedlung nach Paris, Bekanntschaft mit Heinrich Heine. 1851 Rückkehr nach Zürich, Mitarbeit am "Bieler Handelscourir" und dem "Zürcher Intelligenzblatt". 1866, nach einer Amnestie, Rückkehr nach Deutschland. Anschluß an die Arbeiterbewegung.
Ein Verschollener (Bd. 2, S. 305), Erstdruck in: Deutsche Volkshalle, 1839.
Theodor Mommsen
Theodor Mommsen wurde am 30. November 1817 in Garding geboren. Er starb am 1. November 1903 in Charlottenburg.
1834-39 Studium der Rechtswissenschaften in Kiel. Bekanntschaft mit Theodor Storm. Reisen nach Frankreich und Italien. 1848 Professor für Rechtswissenschaften in Leipzig. 1851 Entlassung wegen seiner liberalen politischen Auffassungen. 1852 Berufung nach Zürich, 1854 nach Breslau. Im selben Jahr Heirat mit Marie Reimer. 1861 Professor für römische Altertumskunde in Berlin. 1868 Ehrenbürgerschaft der Stadt Rom. 1902 Nobelpreis für Literatur.
Auch ein Wort über unser Judentum (Bd. 2, S. 310), Erstdruck: Weidmannsche Buchhandlung, Berlin 1880.
Karl Marx
Karl Heinrich Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren. Er starb am 14. März 1883 in London.
1835-41 Studium der Staatswissenschaften, Philosophie und Geschichte in Bonn und Berlin. 1842/43 Redakteur der "Rheinischen Zeitung". 1843 Heirat mit Jenny von Westphalen, Übersiedlung nach Paris. Mit Arnold Ruge Herausgabe der "Deutsch-Französischen Jahrbücher". Zusammenarbeit mit Friedrich Engels. 1847 Gründung des "Deutschen Arbeiter-Bildungsvereins" in Brüssel, mit Engels. 1848 Ausweisung aus Brüssel, Übersiedlung nach Köln. Herausgabe der "Neuen Rheinischen Zeitung". Nach dem Verbot seiner Zeitung Übersiedlung nach London.
Thesen über Feuerbach (Bd. 2, S. 326), Entstehung: 1845. Erstdruck: Anhang zu: Friedrich Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie, 1888.
Manifest der kommunistischen Partei (zusammen mit Friedrich Engels)(Bd. 2, S. 330), Erstdruck: London 1848.
Jacob Burckhardt
Jacob Burckhardt wurde am 25. Mai 1818 in Basel geboren. Er starb dort am 8. August 1897.
Ab 1837 Studium der Theologie in Basel, dann Studium der Geschichte und Kunstgeschichte in Berlin. Bekanntschaft mit Bettina von Arnim. 1844 Habilitation in Basel. Außerordentlicher Professor in Basel. Tätigkeit für die "Basler Zeitung". Reise nach Italien. Ab 1854-58 Professor für Kunstgeschichte in Zürich. Ab 1858 Professor für Kunstgeschichte und Geschichte in Basel. Unter seinen Schülern war u.a. Heinrich Wölfflin.
Über Glück und Unglück in der Weltgeschichte (Bd. 2, S. 369), Vorlesung, gehalten: 1868. Erstdruck: Jakob Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905.
Theodor Fontane
Theodor Fontane wurde am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geboren. Er starb am 20. September 1898 in Berlin.
1836-40 Apothekerlehre. Arbeitete 1843 in der väterlichen Apotheke. 1844 im Dichterkreis "Tunnel über der Spree". 1847 Pharmazeutenexamen. 1849 Berliner Korrespondent der "Dresdner Zeitung". 1850 Lektor im "Literarischen Kabinett" der preußischen Regierung, Heirat mit Emilie Rouanet-Kummer. Bekanntschaft mit Franz Kugler. 1852 Berichterstatter für die "Preußische Zeitung" in London. 1855-59 fester Wohnsitz in London. 1860-70 Redakteur der "Kreuzzeitung". 1870-89 Theaterkritiker für das Königliche Schauspielhaus bei der "Vossischen Zeitung" in Berlin. 1870 Reise zum französischen Kriegsschauplatz. 1876 Sekretär der Akademie der Künste in Berlin.
Ibsen · Gespenster. Noch einmal Ibsen und seine "Gespenster" (Bd. 2, S. 389), Erstdruck in: Vossische Zeitung, 1887.
Ibsen · Die Wildente (Bd. 2, S. 394), Erstdruck in: Vossische Zeitung, 1888.
Hauptmann · Vor Sonnenaufgang. 1. Besprechung und 2. Besprechung (Bd. 2, S. 398), Erstdruck in: Vossische Zeitung, 1889.
Friedrich Engels
Friedrich Engels wurde am 28. November 1820 in Barmen (Preußen) geboren. Er starb am 5. August 1895 in London.
Ab 1841 Militärdienst in Berlin, Kontakt zum Kreis der Junghegelianer. 1842 Reise nach Manchester, dort, in der Baumwollspinnerei seines Vaters, Abschluß der Ausbildung zum Handlungsgehilfen. 1843 Kontakt zum "Bund der Gerechten" in London. Im folgenden Jahr 1847 trat Friedrich Engels zusammen mit Karl Marx in London dem "Bund der Gerechten" bei, der sich in "Bund der Kommunisten" umbenannte. Vergeblich übte die preußische Regierung Druck auf England aus, Engels und Marx auszuweisen.
Manifest der Kommunistischen Partei (zusammen mit Karl Marx) (Bd. 2, S. 330), Erstdruck: London 1848.
Rudolf Virchow
Rudolf Virchow wurde am 13. Oktober 1821 in Schivelbein geboren. Er starb am 5. September 1902 in Berlin.
Ab 1839-43 Studium der Medizin in Berlin. Ab 1846 Tätigkeit als Pathologe an der militärärztlichen Akademie.
1847 Habilitation. 1847-1902 Herausgabe des "Archiv für pathologische Anatomie und Physiologie". 1848 Untersuchung einer Typhusepidemie in Oberschlesien. Beteiligung an der Märzrevolution. 1848/49 Herausgabe der Zeitschrift "Medicinische Reform". 1849 Berufung auf den Lehrstuhl für pathologische Anatomie in Würzburg. 1850 Heirat mit Rose Mayer. 1856 Berufung an die Berliner Universität auf einen eigens für ihn geschaffenen Lehrstuhl für Pathologie. 1862-67 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses. Ab 1866 Herausgabe der von ihm gegründeten "Zeitschrift für Ethnologie".
Gegen den Antisemitismus (Bd. 2, S. 407), Rede, gehalten: Vor beiden Häusern des Landtags, Berlin 1880. Erstdruck in: Stenographische Berichte über die Verhandlungen der durch die Allerhöchste Verordnung vom 13. Oktober 1880 einberufenen beiden Häuser des Landtages, Haus der Abgeordneten, 1881.
Eduard Hanslick
Eduard Hanslick wurde am 11. September 1825 in Prag geboren. Er starb am 6. August 1904 in Wien.
Jurastudium in Wien, 1849 Promotion. Ab 1848 Musikreferent bei der "Wiener Zeitung", später bei der "Neuen Freien Presse", deren Feuilleton er zu einem der führenden seiner Zeit machte. 1856 Habilitation für Geschichte der Musik und Ästhetik in Wien. 1861-95 erste Professur für Musik an der Universität Wien seit der Universitätsreform im 16. Jahrhundert.
Dritte Symphonie (d-moll) von Bruckner (Bd. 2, S. 424), Erstdruck: Aus dem Tagebuch eines Musikers. (Der modernen Oper VI. Theil). Kritiken und Schilderungen, Berlin 1892.
Johann Strauß (Bd. 2, S. XXX), Erstdruck in: Aus neuer und neuester Zeit. (Der modernen Oper IX. Theil). Musikalische Kritiken und Schilderungen, Berlin 1900.
August Bebel
August Bebel wurde am 22. Februar 1840 in Deutz geboren. Er starb am 13. August 1913 in Passugg in der Schweiz.
Ab 1854 Drechslerlehre, dann Arbeit als Geselle. 1858-60 Wanderjahre als Geselle. 1860 Niederlassung in Leipzig. 1864 selbständiger Drechslermeister in Leipzig. 1866 Heirat mit der Tochter eines Eisenbahnarbeiters. 1869 Gründung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP), zusammen mit Karl Liebknecht. Ab 1871-1913 Mitglied des Deutschen Reichstags. Ab 1872 zwei Jahre Festungshaft wegen "Vorbereitung zum Hochverrat". 1880 Begegnung mit Karl Marx und Friedrich Engels. 1881 Ausweisung Bebels aus Leipzig., Übersiedlung nach Dresden. 1900 wird Bebel Parteivorsitzender der SPD.
Gegen einen Bund, durch den Deutschland zu einer großen Kaserne wird (Bd. 2, S. 433), Rede, gehalten: Norddeutscher Reichstag, 10.4.1867.
Friedrich Nietzsche
Friedrich Wilhelm Nietzsche wurde am 15. Oktober 1844 in Röcken geboren. Er starb am 25. August 1900 in Weimar.
Ab 1864 Studium der Theologie und klassischen Philologie in Bonn, ab 1865 Philologiestudium in Leipzig. 1868 außerordentlicher Professor für Philologie in Basel. Kontakt zu Richard Wagner. Ab 1873 migräneartige Anfälle. 1879 Aufgabe seines Lehramts wegen Krankheit. Reisen nach Italien. 1889 psychischer Zusammenbruch in Turin. Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik, dann Pflege durch die Mutter in Jena und Naumburg. Ab 1897 Pflege durch die Schwester in Weimar.
Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne (Bd. 2, S. 438), Entstehung: 1873. Erstdruck in: Gesamtausgabe in Großoktav, 19 Bände, Leipzig 1894ff.
Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben (Bd. 2, S. 453), Entstehung: 1873. Erstdruck: Unzeitgemäße Betrachtungen, Zweites Stück, Leipzig, 1874.
Der Fall Wagner. Ein Musikanten-Problem (Bd. 2, S. 538), Entstehung: 1888. Erstdruck: Ecce Homo, Insel Verlag 1908.
Sigmund Freud
Sigmund Freud wurde am 6. Mai 1856 in Freiberg geboren. Er starb am 23. September 1939 in London.
1873-81 Studium der Medizin in Wien. 1882-85 Arbeit am Allgemeinen Krankenhaus in Wien. 1885 Habilitation, Dozentur für Neuropathologie an der Universität in Wien. 1885 Studienreise nach Paris mit einem Wiener Stipendium. Bekanntschaft mit Josef Breuer. 1886 Heirat mit Martha Bernays, Eröffnung einer neurologischen Praxis in Wien. 1902 Professur für Neuropathologie in Wien. 1907 Bekanntschaft mit Carl Gustav Jung. Reise in die USA. 1910 Gründung der "Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung". 1930 Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main. 1935 Ehrenmitgliedschaft der British Royal Society of Medicine. 1938 Flucht nach London.
Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse. Einleitung (Bd. 2, S. 545), Entstehung: 1899. Erstdruck: 1915.
Das Motiv der Kästchenwahl (Bd. 2, S. 556), Entstehung: 1913. Erstdruck in: Imago, Band 2, 1913.
Hugo Wolf
Hugo Wolf wurde am 13. März 1860 in Windischgrätz, Slowenien geboren. Er starb am 22. Februar 1903 in Wien.
Ab 1875 Ausbildung am Konservatorium in Wien. Begegnung mit Richard Wagner. 1877 Ausschluß aus dem Konservatorium wegen Streitigkeiten. Tätigkeit als Musiklehrer. Ab 1884-87 Musikkritiker der Wiener Boulevardzeitung "Salonblatt". 1897 führen Auswirkungen der Syphilis zur Einweisung in eine Nervenheilanstalt.
Brahms: Vierte Symphonie (Bd. 2, S. 569), Erstdruck in: Salonblatt, 1886.
Theodor Herzl
Theodor Herzl wurde am 2. Mai 1860 in Budapest geboren. Er starb am 3. Juli 1904 in Edlach.
Ab 1878 Jurastudium in Wien. 1884 Promotion. 1889 Heirat mit Julie Naschauer. 1891-94 Korrespondent der "Neuen Freien Presse" in Paris. Ab 1896 Redakteur des Feuilletons der "Neuen Freien Presse" in Wien. Ab 1897 Herausgabe der Monatszeitschrift "Die Welt". Im selben Jahr Veranstaltung des ersten Zionistischen Weltkongresses mit Oskar Marmorek und Max Nordau. 1899 Gründung des "Jewish Colonial Trust". 1949 wurde Herzls Sarg nach Israel überführt.
Der Judenstaat. Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage (Bd. 2, S. 573), Erstdruck: 1986.
Arthur Schnitzler
Arthur Schnitzler wurde am 15. Mai 1862 in Wien geboren. Er starb dort am 21. Oktober 1931.
1879-85 Medizinstudium in Wien. Ab 1885 Arzt an der Polyklinik und später der Psychiatrie in Wien. 1890 Bekanntschaft mit der Gruppe "Junges Wien", mit Hugo von Hofmannsthal und anderen. 1893 Eröffnung einer Privatpraxis. 1895 Treffen mit Sigmund Freud. 1898 Reise durch Österreich, die Schweiz und Italien. 1902 Heirat mit Olga Gussmann. Lebte als freier Schriftsteller in Wien.
Tageswirren, Gang der Zeit (Bd. 2, S. 651), Erstdruck: Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Aphorismen, 1927.
Max Weber
Max Weber wurde am 21. April 1864 in Erfurt geboren. Er starb am 14. Juni 1920 in München.
Ab 1886 Studium der Rechte, Nationalökonomie, Philosophie und Geschichte. 1889 Juristische Promotion. Heirat mit Marianne Schnitger. 1894 Professur für Nationalökonomie an der Universität Freiburg. 1897 Berufung an die Universität Heidelberg. Aufgabe der Lehrtätigkeit wegen psychischer Krankheit. Im selben Jahr Reisen durch Europa und in die USA. 1909 Mitbegründer der "Deutschen Gesellschaft für Soziologie". Bekanntschaft mit Richard Dehmel und Ernst Toller. 1918 Mitbegründung der Deutschen Demokratischen Partei (DDP). 1919 Berufung nach München.
Wissenschaft als Beruf (Bd. 2, S. 670), Erstdruck: Max Weber, Geistige Arbeit als Beruf. Vier Vorträge vor dem Freistudentischen Bund, München und Leipzig 1919.
Heinrich Wölfflin
Heinrich Wölfflin wurde am 24. Juni 1864 in Winterthur geboren. Er starb am 19. Juli 1945 in Zürich.
1882-86 Studium der Kunstgeschichte und Philosophie in Basel, u.a. bei Jacob Burckhardt. Fortsetzung des Studiums in Berlin und München bis 1888. 1889 Promotion. Reise nach Italien. 1893 Berufung auf den kunsthistorischen Lehrstuhl in Basel. 1901-12 Professur in Berlin, 1912 Berufung nach München. 1924 Übersiedlung nach Zürich, Tätigkeit an der Zürcher Universität.
Zur Interpretation von Dürers "Melancholie" (Bd. 2, S. 705), Erstdruck in: Zeitschrift für Kunstwissenschaft, 1923.
Julius Meier-Graefe
Julius Meier-Graefe wurde am 10. Juni 1867 in Resitza geboren. Er starb am 5. Juni 1935 in Vevey.
1892 Bekanntschaft mit Edvard Munch. 1894 Gründung der Zeitschrift "Pan" in Berlin. Freundschaft mit Richard Dehmel, Rudolf Alexander Schröder und Hugo von Hofmannsthal. Nach Aufgabe des "Pan". Übersiedlung nach Paris. Herausgabe der Zeitschrift "Dekorative Kunst", zusammen mit Ferdinand Bruckmann. 1905 Rückkehr nach Berlin. 1906 Mitarbeit an der Berliner Jahrhundertausstellung. Übersiedlung nach Dresden. 1916 Gründung der "Marées Gesellschaft", in deren Buchedition u.a. Werke von Richard Dehmel, Gustav Glück und Gerhart Hauptmann erschienen. 1921 Rückkehr nach Berlin, Gründung der "Ganymed-Presse".
Zwischen Tizian und Rembrandt (Bd. 2, S. 716), Erstdruck: Julius Meier-Graefe, Entwicklungsgeschichte der modernen Kunst, 1904.
Alfred Kerr
Alfred Kerr (Alfred Kempner) wurde am 25. Dezember 1867 in Breslau geboren. Er starb am 12. Oktober 1948 in Hamburg.
Ab 1890 Studium der Geschichte, Philosophie und Germanistik in Berlin. Theaterkritiken in der "Vossischen Zeitung " und der "Breslauer Zeitung". 1894 Promotion in Halle. Ab 1900 Theaterkritiken im "Tag". Ab 1910 Herausgabe der Zeitschrift "Pan", zusammen mit Paul Cassirer. 1918 Heirat mit Ingeborg Thormählen, sie starb im selben Jahr. 1920 Heirat mit Julia Weismann. 1933 Flucht aus Deutschland, über die Schweiz und Frankreich nach England. Ab 1945 Mitarbeit bei "Die Welt" und "Die neue Zeitung".
Ibsen. Gedenkrede (Bd. 2, S. 730), Rede, gehalten: 19.3.1898. Erstdruck in: Erste Reihe der Davidsbündler-Schriften, Berlin 1904.
Einleitung zu den Gesammelten Schriften (Bd. 2, S. 739), Erstdruck: Alfred Kerr, Die Welt im Drama, Bd. 1, Berlin 1917.
Rosa Luxemburg
Rosalia Luxemburg wurde am 5. März 1870 in Zamosc geboren. Sie starb am 15. Januar 1919 in Berlin.
Ab 1890 Studium der Philosophie in Zürich. 1893 Gründung der Zeitschrift "Sache der Arbeiter" in Paris. 1897 Promotion in Zürich. 1898 Heirat mit Gustav Lübeck, Übersiedlung nach Berlin. Anschluß an die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD). 1904 Verurteilung wegen Majestätsbeleidigung. Ab 1907 Tätigkeit an der SPD-Parteischule in Berlin. 1915-18 Haft wegen Aufrufs zur Kriegsverweigerung. Ab 1918 Redakteurin bei der "Roten Fahne". Mitbegründerin der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). 1919 zusammen mit Karl Liebknecht von Soldaten der Garde-Kavallerie-Schützendivision verschleppt und ermordet.
Der politische Massenstreik (Bd. 2, S. 756), Rede, gehalten: Vor der Generalversammlung der freien Gewerkschaften, Hagen 1.10.1910. Erstdruck in: Der Propagandist, 1930.