Der Kanon Die deutsche Literatur






Band 4
Bertolt Brecht bis Golo Mann
zu den Biographien

Gershom Scholem
Walter Benjamin und sein Engel
Juden und Deutsche
Bertolt Brecht
Über Plagiate
Weder nützlich noch schön
Realistische Kritik
Wo ich gelernt habe
Einschüchterung durch die Klassizität
Erich Kästner
Über das Verbrennen von Büchern
Hans-Georg Gadamer
Rainer Maria Rilke nach fünfzig Jahren
Ernst Krenek
Das Bildnis Mozarts aus seinen Briefen
Anna Seghers
Zwei Briefe an Georg Lukács
Hans Erich Nossack
Der Untergang
Walter Felsenstein
Donna Anna und Don Giovanni
Franz H. Mautner
Der Aphorismus als Literatur
Richard Alewyn
Ursprung des Detektivromans
Robert Minder
Johann Peter Hebel und die französische Heimatliteratur
Theodor W. Adorno
George und Hofmannsthal. Zum Briefwechsel: 1891-1906.
Bach gegen seine Liebhaber verteidigt
Der Essay als Form
Rudolf Arnheim
Neuer Laokoon. Die Verkoppelung der künstlerischen Mittel, untersucht anläßlich
des Sprechfilms
Elias Canetti
Karl Kraus, Schule des Widerstands
Der Beruf des Dichters
Manès Sperber
Mein Judesein
Über den Haß
Wolfgang Koeppen
Die elenden Skribenten
Deutsche Expressionisten oder Der ungehorsame Mensch
Hannah Arendt
Aufklärung und Judenfrage
Klaus Mann
Ernst Jünger
Hans Mayer
Der geschichtliche Augenblick
Die Wirklichkeit E.T.A. Hoffmanns
Dolf Sternberger
Verfassungspatriotismus
Sebastian Haffner
Otto von Bismarck
Emil Staiger
Die Kunst der Interpretation
Hans Weigel
Die große Vergeblichkeit. Zum hundertsten Geburtstag Arthur Schnitzlers
Friedrich Torberg
Gibt es eine österreichische Literatur?
Golo Mann
Schiller als Geschichtsschreiber
Versuch über Tacitus
Kleist und der Weltlauf
Ernst Gombrich
Spracherlebnisse
Hilde Domin
Mein Judentum



Die Biographien der Autoren dieses Bandes

Gershom Scholem

Gershom Scholem wurde am 5. Dezember 1897 in Berlin geboren. Er starb am 21. Februar 1982 in Jerusalem.
Ab 1915 Studium der Mathematik und Philosophie an der Universität Jena. Lebenslange Freundschaft mit Walter Benjamin. 1917 zum Militär eingezogen, spielte er einen Geisteskranken und war ab 1918 dauernd freigestellt. 1918-1922 Studium der orientalischen Sprachen und Philosophie in Bern. 1922 Promotion in München. 1923 Emigration nach Palästina. Ab 1925 Lehre an der Hebräischen Universität, 1933 Professor. Bekanntschaft mit Theodor W. Adorno.

Walter Benjamin und sein Engel (Bd. 4, S. 11), Entstehung: 1932/33. Erstdruck: Zur Aktualität Walter Benjamins. Aus Anlaß des 80. Geburtstags von Walter Benjamin, hg. v. Siegfried Unseld, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 1972.
Juden und Deutsche (Bd. 4, S. 50), Rede, gehalten: Jüdischer Weltkongreß, Brüssel 2.8.1966. Erstdruck in: Neue Rundschau, 1966.


Bertolt Brecht

Bertolt Brecht wurde am 10. Februar 1998 in Augsburg geboren. Er starb am 14. August 1956 in Berlin.
Ab 1917 Studium in München. 1918 Sanitätssoldat im Militärlazarett. 1920 Dramaturg der Münchner Kammerspiele. 1922 Heirat mit Marianne Zoff. 1924 Übersiedlung nach Berlin. Arbeit am Deutschen Theater, zusammen mit Carl Zuckmayer. 1928/29 Besuch der Marxistischen Arbeiterschule. 1929 Heirat mit Helene Weigel. 1933 Flucht über Wien, die Schweiz und Frankreich nach Dänemark. 1934-39 Gedichte für den Deutschen Freiheitssender. 1936-39 Mitherausgeber der Emigrantenzeitschrift "Das Wort" mit Lion Feuchtwanger u.a. Ab 1940 Flucht über Schweden, Finnland, Rußland nach Kalifornien. 1947 Rückkehr nach Europa. Ab 1948 in Ostberlin. 1949 zusammen mit Helene Weigel Gründung des "Berliner Ensembles".

Über Plagiate (Bd. 4, S. 74), Erstdruck: 1926.
Weder nützlich noch schön (Bd. 4, S. 76), Erstdruck: 1927.
Realistische Kritik (aus: Über die eigene Arbeit), (Bd. 4, S. 78), Entstehung: 1938. Erstdruck: 1967.
Wo ich gelernt habe (Bd. 4, S. 80), Erstdruck: um 1953.
Einschüchterung durch die Klassizität (Bd. 4, S. 85), Erstdruck: 1954.


Erich Kästner

Erich Kästner wurde am 23. Februar 1899 in Dresden geboren. Er starb am 29. Juli 1974 in München.
Ab 1919 Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie in Leipzig. Ab 1922 nebenher für die "Neue Leipziger Zeitung" tätig. 1925 Promotion. 1927 Übersiedlung nach Berlin, Mitarbeit an der "Weltbühne". 1933 wurden seine Bücher verbrannt, er erhielt Publikations- und ab 1942 Schreibverbot. Nach Kriegsende Redakteur des Feuilletons der "Neuen Zeitung" in München. 1951 Mitbegründer des Kabaretts "Die kleine Freiheit". 1957 Georg-Büchner-Preis. 1957-62 Präsident des PEN-Zentrums der Bundesrepublik.

Über das Verbrennen von Büchern (Bd. 4, S. 88), Rede, gehalten: 25. Jahrestag der Bücherverbrennung in Deutschland, Hamburg, 10.5.1958. Erstdruck in: Süddeutsche Zeitung, 1958.


Hans-Georg Gadamer

Hans-Georg Gadamer wurde am 11. Februar 1900 in Marburg geboren. Er starb am 13. März 2002 in Heidelberg.
Ab 1918 Studium an der Universität Breslau. 1922 Promotion. 1923 Übersiedlung nach Marburg. 1924-27 Studium der klassischen Philologie in Marburg. Ab 1929 Privatdozent in Marburg. 1933 Reise nach Paris. 1937 Professor in Marburg. 1939 Berufung nach Leipzig. 1946/27 Rektor der Universität Leipzig. 1947 Berufung nach Frankfurt am Main. 1949 Berufung nach Heidelberg. 1953 Begründung der "Philosophischen Rundschau".

Rainer Maria Rilke nach fünfzig Jahren (Bd. 4, S. 97), Rede, gehalten: Feier des hundertsten Geburtstags R. M. Rilkes, Frankfurt am Main 6.12.1975. Erstdruck in: Poetica, 1977.


Ernst Krenek

Ernst Krenek wurde am 23. August 1900 in Wien geboren. Er starb am 22. Dezember 1991 in Palm Springs, USA.
Ab 1916 Studium an der Wiener Musikakademie. 1918 Militärdienst. 1919 Studium der Philosophie in Wien. 1920-23 mit Franz Schreker an der Staatlichen Musikhochschule in Berlin. 1923 Aufenthalt in der Schweiz. Bekanntschaft mit Rainer Maria Rilke und Theodor W. Adorno. 1924 Heirat mit Anna Mahler. 1925-27 Assistent an der Staatsoper Kassel. 1928 Heirat mit Berta Hermann, Rückkehr nach Wien. Mitarbeit an der "Frankfurter Zeitung". Gründung der Musikzeitschrift "Dreiundzwanzig", u.a. mit Alban Berg. 1938 Emigration in die USA, Tätigkeit an amerikanischen Universitäten. 1950 Heirat mit Gladys Nordenstrom.

Das Bildnis Mozarts aus seinen Briefen (Bd. 4, S. 115), Entstehung: 1956.


Anna Seghers

Anna Seghers (Netty Reiling) wurde am 19. November 1900 in Mainz geboren. Sie starb am 1. Juni 1983 in Ostberlin.
Ab 1920 Studium der Kunst- und Kulturgeschichte, Geschichte und Sinologie in Heidelberg und Köln. 1924 Promotion. 1925 Heirat mit László Radványi. 1926 Geburt des Sohnes Peter. 1928 Geburt der Tochter Ruth. 1933 Flucht in die Schweiz, dann nach Paris. Mitarbeit an der Exilzeitschrift "Neue Deutsche Blätter". 1940 wird ihr Mann in Le Vernet interniert, Flucht nach Südfrankreich. 1941 Überfahrt nach Mexiko City. 1947 Rückkehr nach Europa. Im selben Jahr Georg-Büchner-Preis.

Zwei Briefe an Georg Lukács (Bd. 4, S. 128), Erstdruck in: Internationale Literatur, 1939.


Hans Erich Nossack

Hans Erich Nossack wurde am 31. Januar 1901 in Hamburg geboren. Er starb dort am 2. November 1977.
Bis 1922 Philosophie- und Jurastudium in Jena. Arbeitete als Fabrikarbeiter, kaufmännischer Angestellter und Journalist. 1933 Eintritt in die Importfirma des Vaters. Verbot seiner Schriften im "Dritten Reich". 1952 Übersiedlung nach Darmstadt. Ab 1956 freier Schriftsteller in Aystetten bei Augsburg. 1961 Georg-Büchner-Preis. 1965 Übersiedlung nach Frankfurt am Main. 1967/68 Gastdozent für Poetik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt. 1969 Übersiedlung nach Hamburg.

Der Untergang (Bd. 4, S. 145), Entstehung: 1943. Erstdruck in: Hans Erich Nossack, Der Untergang, 1961.


Walter Felsenstein

Walter Felsenstein wurde am 30. Mai 1901 in Wien geboren. Er starb am 8. Oktober 1975 in Ostberlin.
1920/21 Studium des Maschinenbaus in Graz. 1912/22 Schauspielausbildung in Wien. Tätigkeit als Schauspieler und Regisseur in Lübeck, Mannheim und Beuthen, 1927-36 Spielleiter in Basel, Freiburg, Köln und Frankfurt am Main. 1938-40 Oberspielleiter am Stadttheater Zürich. Ab 1940 Regisseur am Schillertheater, 1944-47 am Hebbeltheater. Ab 1947 Intendant der Komischen Oper in Ostberlin. Seit 1956 Vizepräsident der Deutschen Akademie der Künste der DDR.

Donna Anna und Don Giovanni (Bd. 4, S. 194), Entstehung: 1966. Erstdruck: Walter Felsenstein, Die Pflicht, die Wahrheit zu finden. Briefe und Schriften eines Theatermannes, 1997.


Franz H. Mautner

Franz Heinrich Mautner wurde 1902 in Wien geboren. Er starb 1995.
Studium der Germanistik in Heidelberg und Wien. 1926 Promotion in Wien. 1938 mit Hilfe seines Bruders Flucht in die USA. Tätigkeit an den Colleges von Wesleyan und Kenyon. 1955 Übersiedlung nach Swarthmore. 1977 Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Sprache und Dichtung.

Der Aphorismus als Literatur (Bd. 4, S. 200), Rede, gehalten: Darmstadt, 28.10.1968. Erstdruck in: Jahrbuch der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, 1996.


Richard Alewyn

Richard Alewyn wurde am 24. Februar 1902 in Frankfurt am Main geboren. Er starb am 14. August in Prien am Chiemsee.
Studium in Frankfurt am Main, Marburg, München und Heidelberg. 1926 Promotion. 1931 Habilitation in Berlin. Ab 1932 außerordentlicher Professor in Heidelberg, 1933 Berufsverbot durch die Nationalsozialisten. 1934 Gastprofessuren in Paris und London. 1935 Emigration nach Österreich, 1939 in die USA. 1939-48 Professor am Queens College in New York. 1948 Rückkehr nach Deutschland. 1949-55 Ordinarius für Germanistik in Köln, ab 1955 in Berlin und ab 1959 in Bonn.

Ursprung des Detektivromans (Bd. 4, S. 222), Erstdruck: Definitionen, hg. v. Adolf Frisé, unter dem Titel "Das Rätsel des Detektivromans", Frankfurt 1963.


Robert Minder

Robert Minder wurde am 23. August 1902 im Elsaß geboren. Er starb am 10. September 1980 in Cannes.
Ab 1919 Kontakt zu Albert Schweitzer. Studium der Germanistik in Paris. Bekanntschaft mit Jean-Paul Sartre. 1937 Bekanntschaft mit Alfred Döblin, den er 1940 auf der Flucht begleitete und unterstützte. 1951-57 Lehrtätigkeit an der Sorbonne. Ab 1957 Lehrstuhl am Collège de France.

Johann Peter Hebel und die französische Heimatliteratur (Bd. 4, S. 242), Rede, gehalten: Zur Verleihung des Hebelpreises, Hausen, 10.5.1963. Erstdruck: Robert Minder, Johann Peter Hebel und die französische Heimatliteratur, Karlsruhe 1963.


Theodor W. Adorno

Theodor W. Adorno wurde am 11. September 1903 in Frankfurt am Main geboren. Er starb am 6. August 1969 in Visp/Wallis.
Ab 1921 Studium der Philosophie, Soziologie, Psychologie und Musikwissenschaften in Frankfurt am Main. Tätigkeit für die "Neuen Blätter für Kunst und Literatur". Freundschaft mit Max Horkheimer und Walter Benjamin. 1924 Promotion. 1925/26 Kompositionsunterricht bei Alban Berg in Wien. 1928-30 Redakteur beim "Anbruch. Österreichische Zeitschrift für Musik" in Wien. 1933 Entzug der Lehrbefugnis. Ab 1934 Exil in England. Heirat mit Dr. Margarete Karplus. 1938 Emigration in die USA. 1949 Rückkehr nach Frankfurt. 1959-69 Professor der Soziologie und Philosophie am Institut für Sozialforschung.

George und Hofmannsthal. Zum Briefwechsel: 1891-1906 (Bd. 4, S. 274), Entstehung: 1939/40. Erstdruck: Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, Walter Benjamin zum Gedächtnis, 1942.
Bach gegen seine Liebhaber verteidigt (Bd. 4, S. 320), Erstdruck in: Merkur, 1951.
Der Essay als Form (Bd. 4, S. 335), Entstehung: 1954-58. Erstdruck: Theodor W. Adorno, Gesammelte Schriften, Bd. 2, hg. v. Rolf Tiedemann, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 1997.


Rudolf Arnheim

Rudolf Arnheim wurde am 15. Juli 1904 in Berlin geboren. Er lebt heute in Ann Arbor, USA.
Ab 1923 Studium der Philosophie und Psychologie in Berlin. Schon während des Studiums Filmkritiken in "Das Stachelschwein" und erste Beiträge für die "Weltbühne". Ab 1928 Kulturredakteur bei der "Weltbühne". 1933 Berufsverbot durch die Nationalsozialisten. Übersiedlung nach Rom, Tätigkeit für das Internationale Lehrfilminstitut. 1938 verbieten die Faschisten allen ausländischen Juden den Aufenthalt in Italien. Flucht nach England, Übersetzer für den deutschen Nachrichtendienst der BBC. 1940 Emigration in die USA. 1943-66 Anstellung am Sarah Lawrence College in New York. 1953 Heirat mit Mary Frame. Ab 1968 Professor für Theoretische Psychologie und Kunstpsychologie in Harvard.

Neuer Laokoon. Die Verkoppelung der künstlerischen Mittel, untersucht anläßlich des Sprechfilms (Bd. 4, S. 362), Erstdruck in: Bianco e Nero, 1938.


Elias Canetti

Elias Canetti wurde am 25. Juli 1905 in Rustschuk in Bulgarien geboren. Er starb am 14. August 1994 in Zürich.
Ab 1924 Studium der Chemie in Wien. 1928 Aufenthalt in Berlin, Bekanntschaft u.a. mit Bertolt Brecht. 1929 Promotion. Freier Schriftsteller und Übersetzer in Wien. 1934 Heirat mit Veza Taubner-Calderon. 1938, nach dem Anschluß Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland, Emigration über Paris nach London. 1954 Reise nach Marrakesch als Begleiter eines Filmteams. 1963 Tod seiner Frau. 1971 Heirat mit Hera Buscher. 1972 Georg-Büchner-Preis. 1981 Nobelpreis für Literatur.

Karl Kraus, Schule des Widerstands (Bd. 4, S. 400), Erstdruck: 1965.
Der Beruf des Dichters (Bd. 4, S. 413), Rede, gehalten: München, 1975. Erstdruck in: Elias Canetti, Das Gewissen der Worte, München 1975.


Manès Sperber

Manès Sperber wurde am 12. Dezember 1905 in Zablotow in Ostgalizien geboren. Er starb am 5. Februar 1984 in Paris.
Schüler Alfred Adlers in Wien. 1927 Übersiedlung nach Berlin in die Künstlerkolonie. Eintritt in die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD). 1933 Emigration nach Paris. 1937, nach den stalinistischen Säuberungen, Austritt aus der KPD. Ab 1939 Kriegsfreiwilliger bei der französischen Armee. 1945 Rückkehr nach Paris. Lektor im Verlag Calmann-Lévy, Kulturphilosoph an der Sorbonne. 1975 Georg-Büchner-Preis. 1983 Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Mein Judesein (Bd. 4, S. 426), Erstdruck: Manès Sperber, Churban oder Die unfaßbare Gewißheit, Wien 1979.
Über den Haß (Bd. 4, S. 443), Vortrag, gehalten: Universität München, 1980. Erstdruck: Manès Sperber, Essays zur täglichen Weltgeschichte, Wien 1981.


Wolfgang Koeppen

Wolfgang Koeppen wurde am 23. Juni 1906 in Greifswald geboren. Er starb am 15. März 1996 in München.
Gasthörer der Theaterwissenschaften, Literatur und Philosophie in Hamburg, Greifswald, Berlin und Würzburg. 1926/27 Dramaturg und Regieassistent am Würzburger Stadttheater. 1931-33 Redakteur beim "Berliner Börsen-Courir". Reisen u.a. nach Italien, Frankreich und in die USA. 1934-38 freiwilliges Exil in den Niederlanden. Kontakt zu Klaus und Erika Mann. 1938 Rückkehr nach Deutschland, zunächst Berlin, dann München. 1941 Tätigkeit für die Bavaria-Filmgesellschaft. 1962 Georg-Büchner-Preis. 1982 Gastdozentur für Poetik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Die elenden Skribenten (Bd. 4, S. 468), Erstdruck in: Die Literatur - Blätter für Literatur, Film, Funk und Bühne, 1952.
Deutsche Expressionisten oder Der ungehorsame Mensch (Bd. 4, S. 473), Erstdruck in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1977.


Hannah Arendt

Hannah Arendt wurde am 14. Oktober 1906 in Hannover geboren. Sie starb am 4. Dezember 1975 in New York.
Ab 1924 Studium der Philosophie und Theologie in Marburg, Freiburg und Heidelberg. 1928 Promotion. 1929 Übersiedlung nach Berlin. Heirat mit Günther Anders. 1933 Flucht nach Paris. Tätigkeit als Sozialarbeiterin in Paris. Beginn der Freundschaft mit Walter Benjamin. 1935 Reise nach Palästina. 1940 Heirat mit Heinrich Blücher. 1941 Emigration in die USA. Arbeit für die Zeitschrift "Aufbau". 1946-49 Cheflektorin im Salman Schocken Verlag. 1951 amerikanische Staatsbürgerschaft. 1953 Professur am Brooklyn College. 1963-67 Professur an der University of Chicago. Bekanntschaft mit Uwe Johnson.

Aufklärung und Judenfrage (Bd. 4, S. 484), Erstdruck in: Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland, 1932.


Klaus Mann

Klaus Mann wurde am 18. November 1906 in München geboren. Er starb am 22. Mai 1949 in Cannes.
1924 Übersiedlung nach Berlin, Arbeit als Theaterkritiker. 1925 Reise durch Europa. 1927/28 Weltreise mit seiner Schwester Erika. 1933 Emigration nach Paris. 1933-35 Herausgabe der Exilzeitschrift "Die Sammlung" in Amsterdam. 1936 Vortragsreise in die USA. 1937 Heroin-Entzugskur in Budapest. Zweite Vortragsreise in die USA. 1938 Presseberichterstatter im spanischen Bürgerkrieg. Emigration in die USA. 1941/42 Mitarbeit an der Zeitschrift "Decision. A Review of Free Culture". 1943 Eintritt in die US-Army. 1945 Korrespondent der Armeezeitung "The Stars and Stripes" in Deutschland. Ab 1948 Lektor im Bermann-Fischer/Querido-Verlag in Amsterdam. Klaus Mann nahm sich 1949 mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben.

Ernst Jünger (Bd. 4, S. 503), Rede, gehalten: Wien, 1930. Erstdruck in: Auf der Suche nach einem Weg, 1931.


Hans Mayer

Hans Mayer wurde am 19. März 1907 in Köln geboren. Er starb am 19. Mai 2001 in Tübingen.
Jura- Geschichts- und Philosophiestudium in Köln Bonn und Berlin. 1933 Emigration nach Frankreich und in die Schweiz. 1945 Rückkehr nach Deutschland. 1948-63 lehrte Hans Mayer Geschichte der Nationalliteraturen in Leipzig. Freundschaft mit Stephan Hermlin. Übersiedlung in die Bundesrepublik. 1965-73 Professor für Deutsche Sprache und Literatur in Hannover. Gastprofessuren in Frankreich und Japan.

Der geschichtliche Augenblick (Bd. 4, S. 508), Erstdruck: Pfullingen 1962.
Die Wirklichkeit E.T.A. Hoffmanns (Bd. 4, S. 567), Erstdruck: Als Einführung zu einer sechsbändigen Ausgabe von E.T.A. Hoffmanns Poetischen Werken, unter dem Titel "Die Wirklichkeit E.T.A. Hoffmanns. Ein Versuch", Berlin 1958.


Dolf Sternberger

Dolf Sternberger wurde am 28. Juli 1907 in Wiesbaden geboren. Er starb am 27. Juli 1989 in Frankfurt am Main.
Ab 1925 Studium der Theaterwissenschaften und Germanistik in Kiel und Frankfurt am Main. 1927 Übersiedlung nach Heidelberg, Besuch philosophischer, soziologischer und kunsthistorischer Vorlesungen. Ab 1927 freier Mitarbeiter der "Frankfurter Zeitung". 1932 Promotion in Frankfurt. Ab 1934 Redakteur der "Frankfurter Zeitung". 1945-48 Mitarbeit an der Zeitschrift "Die Wandlung". 1947 Lehrauftrag für Politik an der Universität Heidelberg. 1950-58 Herausgabe der Zeitschrift. "Die Gegenwart". 1960 Ernennung zum Professor. Gründung der "Politischen Vierteljahresschrift".

Verfassungspatriotismus (Bd. 4, S. 613), Rede, gehalten: 25-Jahr-Feier der "Akademie für politische Bildung", Tutzing 1982. Erstdruck in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 1982.


Sebastian Haffner

Sebastian Haffner (Raimund Pretzel) wurde am 27. Dezember 1907 in Berlin geboren. Er starb dort am 2. Januar 1999.
Jurastudium in Berlin. Nach der Promotion als Jurist im Staatsdienst. Ab 1933 Journalist, u.a. Bei der "Vossischen Zeitung". 1938 Emigration nach London. Tätigkeit für die Londoner Sonntagszeitung "The Observer". Ab 1954 Deutschlandkorrespondent in Berlin. Tätigkeit für "Die Welt" bis 1962. 1962-75 Kolumnist beim "Stern".

Otto von Bismarck (Bd. 4, S. 626), Erstdruck: Sebastian Haffner und Wolfgang Venohr, Preußische Profile, Berlin: Ullstein, 1986/2001.


Emil Staiger

Emil Staiger wurde am 8. Februar 1908 in Kreuzlingen geboren. Er starb am 28. April 1987 in Horgen.
Emil Staiger war durch seine langjährige Lehrtätigkeit an der Universität Zürich und durch Bücher wie "Die Zeit als Einbildungskraft des Dichters" (1939) oder "Grundbegriffe der Poetik" (1946) seit den vierziger Jahren einer der renommiertesten deutschsprachigen Literaturwissenschaftler. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs trug er maßgeblich zum methodischen Siegeszug der sogenannten werkimmanenten Interpretation auch in (West-) Deutschland bei.

Die Kunst der Interpretation (Bd. 4, S. 646), Rede, gehalten: Freiburg und Amsterdam 1951. Erstdruck in: Neophilologus 1951.


Hans Weigel

Hans Weigel wurde am 29. Mai 1908 in Wien geboren. Er starb am 12. August 1991 in Maria Enzersdorf in Österreich.
Freier Schriftsteller und Theaterkritiker in Wien. Mitarbeit an Wiener Kleinkunstbühnen. 1938 Emigration in die Schweiz. Ab 1946 Theaterkritiker für das "Neue Österreich" und den "Kurier". 1951-54 Herausgabe der Anthologiereihe "Stimmen der Gegenwart". Zusammen mit Friedrich Torberg war er für den Boykott der Stücke Bertolt Brechts auf österreichischen Bühnen verantwortlich.

Die große Vergeblichkeit. Zum hundertsten Geburtstag Arthur Schnitzlers (Bd. 4, S. 671), Rede, gehalten: 1962. Erstdruck in: Neue Deutsche Hefte, 1962.


Friedrich Torberg

Friedrich Torberg (Friedrich Ephraim Kantor) wurde am 16. September 1908 in Wien geboren. Er starb dort am 10. November 1979.
Theaterkritiker beim "Prager Tagblatt", Bekanntschaft u.a. mit Max Brod, Alfred Polgar und Joseph Roth. 1928/29 Studium der Rechtswissenschaften in Prag. Bekanntschaft u.a. mit Hermann Broch, Robert Musil und Franz Werfel. Nach der Besetzung Prags Flucht in die Schweiz und 1939 nach Frankreich. 1940 Emigration in die USA. 1951 Rückkehr nach Wien. Mitarbeit an der Zeitung "Kurier". 1954 Mitbegründer der Zeitschrift "Forum".

Gibt es eine österreichische Literatur? (Bd. 4, S. 690), Entstehung: 1954.


Golo Mann

Golo (Angelus Gottfried) Mann wurde am 27. März 1909 in München geboren. Er starb am 7. April 1994 in Leverkusen.
1927-32 Studium der Philosophie und Geschichte in München, Berlin und Heidelberg. 1932/33 Promotion. 1933 Emigration über die Schweiz nach Frankreich. Dozent in Rennes. 1937-40 Redakteur bei der Zeitschrift "Maß und Wert" in Zürich. 1940 Flucht in die USA. 1942-58 Professor an amerikanischen Universitäten. 1958 Rückkehr nach Europa. 1960-64 Lehrstuhl für Politische Wissenschaften in Stuttgart. 1968 Georg-Büchner-Preis.

Schiller als Geschichtsschreiber (Bd. 4, S. 709), Erstdruck in: Merkur, 1959.
Versuch über Tacitus (Bd. 4, S. 731), Erstdruck in: Neue Rundschau, 1976.
Kleist und der Weltlauf (Bd. 4, S. 771), Rede, gehalten: Bayerische Akademie der schönen Künste, 6.7.1978. Erstdruck in: Süddeutsche Zeitung, 1978.


Ernst H. Gombrich

Ernst Hans Gombrich wurde am 30. März 1909 in Wien geboren. Er starb am 5. November 2001 in London.
1928-33 Studium der Kunstgeschichte in Wien. Zwischenzeitlich Studium in Berlin. Beschäftigung mit den Verhaltensstudien des Gestaltpsychologen Wolfgang Koehler. 1933 Promotion. 1936 Emigration nach London. Beschäftigung an der "Bibliothek Warburg" (seit 1944 "Warburg Institute"). 1959-76 Direktor des "Warburg Institute". 1972 Verleihung des Ehrentitels Sir.

Spracherlebnisse (Bd. 4, S. 794), Rede, gehalten: Festrede bei Entgegennahme des österreichischen Wittgenstein-Preises, Wien 1988. Erstdruck in: Die Presse, 1988.


Hilde Domin

Hilde Domin (Hilde Palm) wurde am 27. Juli 1909 in Köln geboren. Sie lebt heute in Heidelberg.
Ab 1929 Jurastudium, dann Studium der Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Philosophie in Heidelberg, Köln, Bonn und Berlin. 1932 Emigration nach Rom. Promotion 1935 in Florenz. 1935-39 Sprachlehrerin in Rom. 1936 Heirat mit Erwin Walter Palm. 1939 Flucht zunächst nach England, 1940 weiter in die Dominikanische Republik. Tätigkeit als Übersetzerin und Architekturfotografin. Ab 1947 Dozentin in Santo Domingo. 1954 Rückkehr nach Deutschland. Seit 1960 freie Schriftstellerin in Heidelberg.

Mein Judentum (Bd. 4, S. 812), Rundfunksendung: 1977. Erstdruck: Mein Judentum, hg. v. Jürgen Schultz, 1978.