Gottfried Keller – der grüne Heinrich

Einer der bedeutendsten Bildungsromane des 19. Jahrhunderts ist „Der grüne Heinrich“ von Gottfried Keller. Der Roman ist zum Teil autobiografisch und wurde 1993 in der Schweiz verfilmt. Gottfried Keller, als Maler gescheitert, plante seinen Roman bereits im Jahre 1842 – in dem Jahr, in dem er nach Zürich zurückkehrte. Allerdings begann er diesen Roman erst zu schreiben, als ihm, sieben Jahre nach seiner Planung, ein Stipendium die Möglichkeit bot, in Heidelberg und Berlin zu studieren – die ersten drei Bände erschienen 1854, der vierte Band ein Jahr später. Glücklich war Gottfried Keller mit seinem Roman nicht und so arbeitete er an der zweiten Fassung. Diese erschien 1879/1880 im „Verlag Göschen“ in Stuttgart.

Die erste Fassung erzählt, dass Heinrich die Schweiz verlässt und nach München reist. In seinem Gepäck findet er ein Manuskript, das die Erinnerungen an seine Kindheit wiedergibt. Heinrich Lee, ein Protagonist, trug als Kind aus den grünen Uniformen seines Vaters geschneiderte Uniformen, die ihm den Spitznamen „Grüner Heinrich“ einbrachte. Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen besuchte Heinrich verschiedene Schulen. Im Alter von fünfzehn Jahren wird er aufgrund eines Streichs der Schule verwiesen. Zur Strafe muss Heinrich ohne Schulabschluss für einen Sommer zu Verwandten aufs Land reisen und über sich und seine Zukunft nachdenken.

Weiterhin wird beschrieben, wie Heinrich seinen Militärdienst absolvierte, eine Ausbildung zum Maler macht und feststellen muss, dass er dafür kein Talent hat. Nachdem seine Mutter kein Geld mehr hat, muss Heinrich Schulden machen und auch nach einem Geldsegen durch seine Mutter macht er wieder Schulden, bis seine Mutter auch ihr Haus verpfändet hat. Während der sieben Jahre in München verkauft Heinrich alles, was er besitzt und lebt von Gelegenheitsarbeiten. Beziehungen scheitern, seine Mutter stirbt in großer Armut, was ihn so überwältigt, dass auch er stirbt.

In der zweiten Fassung jedoch bekommt Heinrich ein geregeltes Leben. Gottfried Keller will sagen, dass es demjenigen nicht gelingt, ein normales Leben zu führen, wenn er mit sich und der Familie nicht im Gleichgewicht ist.

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