Heinrich Mann – Professor Unrat

Heinrich Mann war zu seiner Lebzeit eher als älterer Bruder von Thomas Mann bekannt als in der Person eines eigenständigen Schriftstellers. Der ewige Konflikt und Konkurrenzkampf, der zwischen den beiden Brüdern tobte, wurde bis an deren Lebensende nicht beigelegt. Die Satire „Professor Unrat“, die im Jahre 1905 veröffentlicht wurde, machte Heinrich Mann berühmt. In diesem Buch geht es um den 57-jährigen Witwer und Gymnasiallehrer Raat. Er ist als verschroben und spießig bekannt und hat nicht sehr viele Freunde.

Von seinem Sohn, der insgesamt 4-mal durch das Examen gefallen und eher für seine Auftritte mit zwielichtigen Frauen bekannt war, trennt sich Raat. Mehr als 36 Jahre unterrichtet er an dem örtlichen Gymnasium und wird dort als „Unrat“ betitelt. Seine Verklemmtheit und Unsicherheit überspielt er geschickt, indem er seine Schüler wie Feinde behandelt. Er sucht ständig Gründe, ihnen Fehlverhalten nachzuweisen und stellt im Unterricht Fragen, die niemand beantworten kann. In der ganzen Stadt ist er bekannt für seine miesen Methoden und kann sich nur geringer Beliebtheit erfreuen.

Der 17-jährige Sohn des Konsuls Lohmann gehört zu seinen gefährlichsten Gegnern. Obwohl dieser vor Intelligenz nur so strotzt, wiederholt er zwei Klassen. Er lehnt sich lieber gegen Unterdrückung auf und schreibt Gedichte, anstatt sich des Lehrers Befehle zu fügen. Der junge Lohmann ist in die Künstlerin Rosa Fröhlich vernarrt. Auch Raat zeigt sich von ihr beeindruckt und doch stellt sie für ihn eine echte Herausforderung dar.

Rosa und Raat finden dennoch einen engen Kontakt zueinander und das, obwohl ihre Lebenseinstellung der seiner sehr widerspricht. Die spätere Affäre ist Stadtgespräch und doch gewöhnte sich die Gesellschaft an das ungleiche Paar. Diese gesellschaftskritische Satire gibt einen Einblick darüber, wie schnell sich Prinzipien verlaufen können und wie hart die Realität ist, wenn man auf Stimmen der Gesellschaft trifft, die nichts als Kritik und Beschimpfungen übrig haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *