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1906
Am 23. Juni wird Wolfgang Arthur Reinhold Koeppen als unehelicher Sohn Marie Köppens in Greifswald geboren.
1908-1919
Aufenthalt im Hause seines Onkels, dem Baumeister Theodor Wille, erst in Thorn, später in Ortelsburg/Ostpreußen. Besuch des Realgymnasiums.
1919
Aus finanziellen Gründen Wechsel auf die Mittelschule, die er jedoch auf eigenen Wunsch vorzeitig verläßt. Arbeit bei einem Buchhändler. Volontär im Stadttheater. Gasthörer germanistischer, philosophischer und kunsthistorischer Vorlesungen an der Universität Greifswald.
1921 Fährt als Hilfskoch zur See (Schweden, Finnland). Danach in Hamburg verschiedene Gelegenheitsarbeiten.
1926-1927
Engagement am Würzburger Stadttheater als Dramaturg und Hilfsregisseur mit Spielverpflichtung. Es entstehen die ersten Schriftstellerporträts.
1927-1933
Koeppen lebt in Berlin, hat Verbindung zum ›Dramaturgischen Kollektiv‹ von Erwin Piscator. Er lernt Ernst Toller, Egon Erwin Kisch, Walter Mehring, auch Max Tau und Bruno Cassirer kennen. Freier Journalist für mehrere Boulevardzeitungen, bis er festes Redaktionsmitglied bei Herbert Ihering im ›Berliner Börsen-Kurier‹ wird. Er publiziert zunehmend auch literarische Artikel.
1933
Zum 31. Dezember muß Koeppen seine Stellung aufgeben und reist nach Italien.
1934
Der erste Roman Eine unglückliche Liebe erscheint bei Cassirer. Übersiedlung in die Niederlande. Beginn der Niederschrift des unvollendeten Romans Die Jawang-Gesellschaft.
1935
Der Roman Die Mauer schwankt erscheint ebenfalls bei Cassirer, wiederaufgelegt 1939 unter dem irreführenden Titel Die Pflicht und von den Nationalsozialisten vereinnahmt. Koeppen hält engen Kontakt zu Klaus und Erika Mann.
1938
Rückkehr nach Berlin. Es entstehen nicht realisierbare Drehbücher für die UFA und Bavaria-Film-Kunst.
1943
Zerstörung von Koeppens Berliner Wohnung bei einem Bombenangriff. Koeppen taucht bis zum Kriegsende in München und Feldafing am Starnberger See unter.
1945
Übersiedlung nach München.
1951-1954
Es erscheinen die Romane Tauben im Gras (1951), Das Treibhaus (1953) und Der Tod in Rom (1954) bei Goverts.
1955-1961
Zahlreiche Auslandsreisen nach Spanien, Rom, Sowjetunion, Holland, London, USA, Frankreich und Griechenland im Auftrag des Südfunks. Reiseberichte für den Hörfunk, die unter den Titeln Nach Rußland und anderswohin (1958), Amerikafahrt (1959) und Reisen nach Frankreich (1961), alle bei Goverts, erscheinen.
1962
Georg-Büchner-Preis der Darmstädter Akademie der Schönen Künste. Es folgen u. a. der Literaturpreis der Bayrischen Akademie der Schönen Künste (1965), der Andreas-Gryphius-Preis der Künstlergilde (1971), das Stipendium des Europa-Forums für Literatur der Deutschen Schiller-Stiftung (1977), der Kulturelle Ehrenpreis der Landeshauptstadt München (1982), der Arno-Schmidt-Preis (1983).
1971
Romanisches Cafe, Erzählungen, erscheint bei Suhrkamp.
1972
Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik.
1976
Das Prosawerk Jugend erscheint.
1984
Marcel Reich-Ranicki gibt Die elenden Skribenten, eine Sammlung von Essays und Porträts, heraus.
1986
Eine sechsbändige Ausgabe der Gesammelten Werke, herausgegeben von Marcel Reich-Ranicki, erscheint zum 80. Geburtstag Koeppens bei Suhrkamp.
1987
Peter Goedel verfilmt den Roman Das Treibhaus.
1990
Ehrendoktorwürde der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald.
1991
Es erscheint Es war einmal in Masuren.
1992
Jakob Littners Aufzeichnungen aus einem Erdloch erscheinen im Jüdischen Verlag im Suhrkamp Verlag. Der Roman war 1948 bei Kluger mit dem Titel Aufzeichnungen aus einem Erdloch unter der Autorschaft von Jakob Littner erschienen.
1993
Es erscheint Ich bin gern in Venedig warum. Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.
1994
Ehrenbürger der Stadt Greifswald.
1995
Hans-Ulrich Treichel gibt Gespräche und Interviews mit Wolfgang Koeppen heraus: Einer der schreibt.
1996
Am 15. März stirbt Wolfgang Koeppen in München.
