Der Kanon Die deutsche Literatur






Theodor Fontane
Effi Briest


Der Roman Effi Briest erschien 1895 und geht auf eine sogenannte wahre Geschichte zurück, eine Ehetragödie mit tödlichem Ausgang, die im Berliner Fin de siecle viel Staub aufwirbelte. "Ja, die arme Effi!" schrieb Fontane am 2. März 1895, nachdem der letzte Teil des Romans in der ›Deutschen Rundschau‹ vorabgedruckt war, an den Verleger Hans Hertz, "vielleicht ist es mir so gelungen, weil ich das Ganze träumerisch und fast wie mit einem Psychographen geschrieben habe. Sonst kann ich mich immer der Arbeit, ihrer Mühe, Sorgen und Etappen erinnern - in diesem Falle gar nicht. Es ist so wie von selbst gekommen, ohne rechte Überlegung und ohne alle Kritik. Meine Gönnerin L. erzählte mir auf meine Frage: ›Was machte denn der … ?‹ die ganze Effi Briest-Geschichte, und als die Stelle kam, zweites Kapitel, wo die spielenden Mädchen durchs Weinlaub in den Saal hineinrufen: ›Effi, komm‹, stand mir fest: ›Das mußt du schreiben.‹"
Effi Briest wurde zu Fontanes größtem Erfolg; Thomas Mann hielt den Roman für Fontanes "modernstes Werk, das am deutlichsten über die bürgerlich realistische Epoche hinaus in die Zukunft weist".


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