Der Kanon Die deutsche Literatur






Gottfried Keller
Der grüne Heinrich


Gottfried Kellers Roman Der grüne Heinrich erschien 1854/55 in der ersten Fassung, 1879/80 - stilistisch umgearbeitet und kompositorisch entschieden verändert - in zweiter (und letzter) Fassung. Jene frühe Fassung zeigt den unmittelbareren, subjektiven, auch stärker zeitkritischen Bezug zur eigenen Gegenwart des Autors. "Der Grüne Heinrich ist aktuell geblieben, weil er seiner geschichtlichen Stunde treu gewesen ist", schreibt Adolf Muschg.
Nach eigenem Bekunden hat Keller im Grünen Heinrich entscheidende Momente seines Lebens romanhaft gespiegelt: die vaterlose und schon darum außenseiterische Kindheit und Jugend in Zürich, die Berufsentscheidung zur Ausbildung als Kunstmaler, deren Scheitern in der Kunststadt München und schließlich die von materieller Not erzwungene Heimkehr zu der sich aufopfernden Mutter. Mit der Lebensgeschichte Heinrich Lees hat Keller ein Meisterwerk geschaffen, in dem er "das Gewöhnliche und jedem Naheliegende" darstellte, "ohne jedoch gewöhnlich und platt oder langweilig zu sein" (W. Preisendanz).


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