Der Proceß
"Der Proceß schildert die von vornherein scheinbar aussichtslosen und ergebnislosen Bemühungen des Bankangestellten Josef K., sich gegenüber einem ›Gericht‹ zu verteidigen, das ihn am Morgen seines dreißigsten Geburtstages, im Namen eines ihm unbekannten ›Gesetzes‹ und ohne Angabe eines näheren Grundes, verhaften läßt. K. versucht auf alle erdenkliche Weise, den Prozeß zu beeinflussen und durch verschiedene Mittelspersonen in Erfahrung zu bringen, welcher Schuld man ihn denn bezichtige, muß jedoch bald erkennen, daß es unmöglich ist, jemals zur höchsten Instanz durchzudringen. Alles, was K. unternimmt, schlägt zum Verderben aus, und nach Jahresfrist wird das Todesurteil an ihm vollstreckt, ohne daß er zuletzt erfahren hätte, um welcher Verfehlungen willen." (Friedhelm Kemp)Es ist Max Brods außerordentliches Verdienst, das Werk eines der wichtigsten deutschsprachigen Autoren der Weltliteratur gerettet zu haben - einmal 1924 vor der Verfügung Kafkas selbst, seinen Nachlaß vollständig zu verbrennen, und dann im März 1939 bei der Besetzung der Tschechoslowakei durch deutsche Truppen. Dem Text in der Kanon-Bibliothek liegt die Kritische Ausgabe der Werke von Franz Kafka zugrunde. Sie wurde anhand der Originalmanuskripte erarbeitet und bietet die authentischen, oft fragmentischen Texte unter Beibehaltung von Orthographie und Zeichensetzung. Der Proceß erschien 1925 nach Kafkas Tod.
