Unterm Rad
Die erste Buchausgabe des Romans Unterm Rad erschien 1906 (nach einem Zeitungsvorabdruck von 1904). Der Roman zeigt das Schicksal eines begabten Kindes, dem der Ehrgeiz seines Vaters und der Lokalpatriotismus seiner Heimatstadt eine Rolle aufnötigen, die ihm nicht entspricht, die ihn »unters Rad« drängt. Arthur Eloesser schrieb über die Erstausgabe 1906: »Der Roman enthält ungefähr eine Anleitung für Eltern, Vormünder und Lehrer, wie man einen begabten jungen Menschen am zweckmäßigsten zugrunde richtet.« Peter Handke notierte nach der Lektüre in sein Tagebuch: »Schreibend der Jugend die Würde zu geben, die ihr im Leben verweigert wurde.« Neben Robert Musils Die Verwirrungen des Zöglings Törleß ist Unterm Rad die nachhaltigste Anklage gegen das starre Erziehungsritual jener Jahre.