Der Kanon Die deutsche Literatur






Thomas Mann
Der Zauberberg


Zu einer Novelle schienen Thomas Mann Eindrücke und Erfahrungen, Atmosphäre und Patienten im Waldsanatorium in Davos, wo er im Mai 1912 seine erkrankte Frau besuchte, anzuregen; aber schon bald nach Beginn der Arbeit verdeutlichten ihm die "ungeheuren Zeiten", Ausbruch und Verlauf des Ersten Weltkriegs, die Möglichkeiten, die diese Thematik einschloß: Der Zauberberg entstand und hatte "vielfältige Absichten". Thomas Mann plante jetzt "eine Geschichte mit pädagogisch-politischen Grundabsichten, worin ein junger Mensch sich mit der verführerischen Macht, dem Tode, auseinanderzusetzen hat und auf komisch-schauerliche Art durch die geistigen Gegensätze von Humanität und Romantik, Fortschritt und Reaktion, Gesundheit und Krankheit geführt wird … Der Geist des Ganzen ist humoristisch-nihilistisch … etwas vom Zwerg Nase, dem sieben Jahre wie Tage vergehen, ist darin, und der Schluß die Auflösung, - ich sehe keine andere Möglichkeit, als den Kriegsausbruch. Man kann als Erzähler diese Wirklichkeit nicht ignorieren …" Nach ersten Vorarbeiten im Juli 1913 begonnen, während des Krieges durch essayistische Zwischenschübe, vor allem aber durch die Betrachtungen eines Unpolitischen unterbrochen, gedanklich aber ständig und stetig weitergeführt, konnte Thomas Mann den Roman im September 1924 abschließen. "Die Geschichte", erklärt er in einer Einführung in den Zauberberg, "arbeitet wohl mit den Mitteln des realistischen Romanes, aber sie ist kein solcher, sie geht beständig über das Realistische hinaus, indem sie es symbolisch steigert und transparent macht für das Geistige und Ideelle."


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