Thomas Bernhard Holzfällen

Der Roman „Holzfällen“ von Thomas Bernhard erschien im Jahr 1984 und ist in der Ich-Perspektive verfasst. Die Geschichte handelt von der Abendgesellschaft Wiens, welche von Bernhard in monologischer Art und Weise kommentiert wird. Das Ehepaar Auersberger veranstaltet gemeinsam ein Abendessen für Künstler und lädt dazu ihre Bekannten, Freunde und unter anderem auch einen Burgschauspieler ein. Eigentlich unterhalten sich alle sehr gut und amüsieren sich, die einzige Ausnahme stellt der Erzähler dar. Während der Schauspieler nicht gerade pünktlich erscheint, betrinkt sich die Gesellschaft immer weiter. Mittlerweile geht der Erzähler dazu über, sich zu fragen, warum er überhaupt die Einladungen zu diesem künstlerischen Abendessen angenommen hat, denn die Langeweile quält ihn und steigert sich zur exzessiven inneren Erregung, bis er schließlich aufbricht.

Insgesamt umfasst das Werk 320 Seiten, welche die Gedanken des Erzählers schildern. Dieser lehnt sich gegen die Gesellschaft zusehends mehr auf. Erwähnenswert und interessant ist vor allem, dass der gesamte Inhalt des Werkes schon auf der ersten Seite umrissen wird, während der Rest sämtliche Texte nicht in Kapitel oder Absätze aufgeteilt ist. Die Atmosphäre wird vor allem theatral aufgeladen dargestellt. Der Autor schreibt ganz nach seinem Motto, lieber fern von den Menschen zu bleiben, die er ohnehin nicht vernünftiger machen kann, anstatt unter ihnen unglücklich zu sein.

Bei der Veröffentlichung von „Holzfällen“ wurden plötzlich sehr viele kritische Stimmen laut und tatsächlich löste das Werk einen wahrhaften Skandal aus. Trotzdem stiegen die Zahlen des Verkaufs schnell nach oben und das nicht zuletzt deshalb, weil auch die eine oder andere Klage eingereicht wurde. Folglich wurden sämtliche gedruckte Exemplare nach dem Prozess beschlagnahmt. Trotzdem war es überraschend, als kurz danach die Klage zurückgezogen wurde, weil der Kläger mit dem Angeklagten eine außergerichtliche Einigung traf. Nicht zuletzt wegen derartigen Aufruhrs zählt man das Werk „Holzfällen“ von Thomas Bernhard auch heute noch zu den erfolgreichsten Romanen seiner Zeit.

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