Der Kanon Die deutsche Literatur






Gerhart Hauptmann

Seine Theaterstücke, Romane, Erzählungen und Epen sind verschiedenen Stilen verpflichtet, doch seine weitaus bedeutendste Leistung liegt im Bereich des naturalistischen Dramas, dem er mit seinem frühen Werk zum literarhistorischen Durchbruch verhalf und zu dem er nach neuromantischen und ähnlichen Versuchen immer wieder zurückkehrte. Charakteristisch für das naturalistische Werk ist die Fülle der glänzenden Milieuschilderungen und der nahezu unvergleichliche Reichtum der Figuren aus allen Schichten der Bevölkerung. Im Mittelpunkt steht meist das unterdrückte und verfolgte, das leidende und schließlich scheiternde Individuum.

MRR


Die Ratten (Band 6, Seite 293), Erstdruck: 1911. Uraufführung: Berlin 13. Januar 1911.
Vor Sonnenuntergang (Band 6, Seite 405), Erstdruck: Berlin 1932. Uraufführung: Berlin 16. Februar 1932.



1862
15. November: Gerhart Hauptmann wird als viertes Kind des Hotelbesitzers Robert Hauptmann und seiner Frau Marie, geb. Straehler, in Ober-Salzbrunn, Schlesien geboren.

1868
Eintritt in die Dorfschule.

1874-1878
Besuch der Realschule am Zwinger in Breslau.

1878-1879
Ausbildung zum Landwirt auf dem Rittergut Lohning, Kreis Striegau. Das Berufsziel muß er aber aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Erste Gedichte.

1880-1882
Besuch der Bildhauerklasse der Kunst- und Gewerbeschule in Breslau, von der er am 15. April 1882 mit dem Zeugnis der mittleren Reife abgeht.

1882-1883
Geschichtsstudium an der Universität Jena.

1883-1884
Hauptmann arbeitet als Bildhauer in Rom.

1884
Besuch der Zeichenklasse der Königlichen Akademie in Dresden.

1885
5. Mai: Heirat mit Marie Thienemann.

1885-1888
Wohnhaft in Erkner. Besuche des Berliner Dichtervereins »Durch«, dem u. a. Bruno Wille, Wilhelm Bölsche und die Brüder Hart angehören.

1888
Mai-Herbst: Aufenthalt bei seinem Bruder Carl in Zürich. Bahnwärter Thiel erschient.

1889
20. Oktober: Uraufführung des Dramas Vor Sonnenaufgang in Berlin.

1889-1891
Wohnhaft in Berlin-Charlottenburg.
11. Januar 1891: Uraufführung des Dramas Einsame Menschen in Berlin.

1891-1893
Wohnhaft in Schreiberhau.

1892
16. Januar: Uraufführung der Komödie College Crampton in Berlin.

1893
26. Februar: Uraufführung (als private Veranstaltung) des Dramas Die Weber in Berlin.
21. September: Uraufführung der Komödie Der Biberpelz in Berlin.

1894
Januar-Mai: Erste Amerikareise.
Hauptmann geht nach Berlin, seine Frau und seine drei Kinder siedeln nach Dresden über.

1897
Januar-Mai: Mit Margarete Marschalk Reise nach Italien und in den Tessin.

1898-1899
Wohnhaft in Berlin-Grunewald.

1900
Umzug nach Agnetendorf, wo er am 10. August 1901 sein Haus »Wiesenstein« bezieht.

1902
29. November: Uraufführung des Schauspiels Der arme Heinrich in Wien.

1903
31. Oktober: Uraufführung des Schauspiels Rose Bernd in Berlin.

1904
Scheidung von Marie Hauptmann und Heirat mit Margarete Marschalk.

1905
Verleihung der Ehrendoktorwürde der Universität Oxford. Englandreise.

1907
März-Mai: Griechenlandreise.

1909
Oktober: Vorlesungsreihe in Berlin, Hamburg, Wien, Prag, Leipzig, München und Zürich.

1910
Der Roman Der Narr in Christo Emanuel Quint erscheint.

1911
13. Januar: Uraufführung des Schauspiels Die Ratten in Berlin.

1912
Verleihung des Literatur-Nobelpreises. Der Roman Atlantis erscheint.

1914-1918
Wechselweise in Berlin-Halensee, Agnetendorf und auf Hiddensee.
17. Januar 1914: Uraufführung des Schauspiels Der Bogen des Odysseus in Berlin.

1926
20. November: Uraufführung des Schauspiels Dorothea Angermann in München, Wien, Leipzig sowie 14 weiteren Bühnen.

1928
Eintritt in die Preußische Akademie der Künste (Sektion Dichtkunst).

1932
16. Februar: Uraufführung des Schauspiels Vor Sonnenuntergang in Berlin.
Februar-März: Zweite Amerikareise.
28. August: Verleihung des Goethe-Preises der Stadt Frankfurt am Main.

1942
Anläßlich von Hauptmanns 80. Geburtstag erscheinen die Gesammelten Werke in der Ausgabe letzter Hand.

1946
6. Juni: Hauptmann stirbt in seinem Haus in Agnetendorf und wird am 28. Juli auf Hiddensee beigesetzt.
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